88 Korrespondenz zwischen dem Erzherzoge und Rokan.
>632. Ihrer allerchristlichsten Majestät, als demjenigen, welchen er selbstunterm 30. Mai geschrieben habe, daß die Schlichtung der Anständezwischen Ihrer Durchlaucht und den Bündnern den, ordentlichen Ge-sandten Lands und ihm (Rohan) selbst, als außerordenllichem Gesand-ten übertragen wurde. Wenn es dem Erzherzog demnach um derenBeilegung zu thu» sei, möchte er dieses bald aussprechen, indem ersonst ein weiteres Stillschweigen als abschlägige Antwort ansehe» unddieselbe Ihrer allerchristlichsten Majestät mittheilen müßte.
' Sonnabends den 3t. Juli langte dann ein Läufer von Innsbruckmit einem Schreibe» des Erzherzogs Leopold au den Herzog Nohanan. Dasselbe war vom 24. Juli datirt und meldete, es hätte der Erz-herzog aus Rohan's Schreiben entnommen, daß noch die Ankunft desordentlichen Gesandten de Londe (absichtlich so entstellt, als ob er denNamen Lande nicht kenne) in die Bünde erwartet werde, um gemein-schaftlich dann im Austrage des Königs von den erzherzoglichen RechtenKenntniß zu nehmen Ihre Durchlaucht werde deßhalb, so bald sie deLonde's Ankunft erfahren hätte, ihre Deputirten ad hoc senden, wasRohan einstweilen statt einer Antwort zu wissen gethan werde.
Es ist mehr als wahrscheinlich, daß diese Erwiederung dem Erz-herzog durch die Nachbarschaft des schwedischen Heeres abgenöthigtwurde. Dasselbe stand unter dem Befehl Bernhards von Sachsen-Weimar, hatte am 28. desselben Monats bei Füßen das erzherzoglicheBolk geschlagen, dann die Stadt selbst und Reute, welches ebenfallsösterreichisch ist, zum großen Schrecken der ganzen Grafschaft Tirolbcsezt und eingenommen.
Der Herzog von Rohan antwortete ohne Verzug, Lande sei vorihm schon als ordentlicher Gesandter in den Bünden gewesen und stetsauch daselbst verblieben; man mochte die Deputirten so schnell alsmöglich senden, damit die erzherzoglichen Rechte genau untersucht wer-den könnten. Weil aber der Schrecken vor den schwedischen Waffenetwas nachgelassen hatte, erschien Niemand und der Erzherzog selbststarb inzwischen am 13. September desselben Jahres zu Schwaz inder Grafschaft Tirol.
Eingangs des Monats August kamen sechs französische Compagnienin die Bünde, denen ein Monat darauf, im September, drei anderefolgten. Aus französischem Volke, das zerstreut in anderen Compagniendiente, wurde darauf eine zehnte gebildet. Es waren zusammen tausendMann, welche das Regiment des Gesandten und Marechal du Camp