Die Oberbündner weigern sich der Aufnahme der Franzosen. 97
nähme und drohten mit bewaffnetem Widerstand. In der Tbat sammelten t<M,sich darauf die Disentiser gerüstet zu Truns. Die übrigen Bündneraber erklärten, sie hätten wie die früheren Gemeinden diesem Befeklenachzukommen und ließen fünfzig Mann aus jedem Gcrick-i ausschiedenum die Widerspenstigen zum Gehorsam zurückzuführen. Angesichtsdieser ernsten Maßregeln nahmen die Oberbündner endlich die Frau-zosen in's Quartier auf und behielten dieselben bis zum Monat Juli1634, wo ein neuer Wechsel angeordnet wurde.
Eines Sonnabends, am lezten Tage des Monats December,raubten die Einwohner von Villa oder Ponteila, in der PodestatereiPlurs, Grafschaft Cläven, aus Ställen auf Monte Gallisona, Plur-ser Gebiets, mit gewaffneter Hand zwölf Rinder, welche den Ein-wohnern von Eastasegna im Bregell gehörten. Als Verwand mußtedienen, die Gemeinde schulde ihnen aus der Rechnung des Jahres1632 zweihundert Gulden an ansgeschnizten Steuern, aber zu keinerZeit waren dergleichen eingefordert worden. Die Gemeinde Eastasegnaführte zwar Klage vor dem bündnerischen Rathe, aber als derselbe einegünstigere Zeit abzuwarten beschloß, trieben darauf einige ihrer Ein-wohner am 6. September des folgenden Jabres 1634 scchszchn Kühe,unter welchen sich auch die zwölf geraubten Stücke befanden, aus AlpFopal hinweg und brachten sie nach Stalla auf Alp Presseng, vonwo sie aber, weil man es an fleißiger Hut fehlen ließ, am 29. desnämlichen Monats September, dnrch die über das Gebirge gekom-menen Einwohnern von Villa wieder geholt wurden
Am 9. August dieses Jahres 1633 hatte der Bund der zebn Gerichtemehrere heilsame Geseze und Verordnungen über die Erbfolge erlassen.
Auch wurde der Zinsfuß auf sechs vom Hundert ermäßigt, das Ehegesezvom Jahre 1561 bestätigt und in Ansehung laufender Schuldforde-rungen für ruhige Zeiten eine Verjährung von zwölf Jahren festgesezt.
Sonnabends den 6. Mai 1634, reiste der Herzog von Rohan, 163s.durch Ihre allerchristlichste Majestät nach Frankreich berufen, von Curab. Als Grund dieser Abberufung enthielt der Brief den Passus, eswären die Venetianer nicht gesonnen an dem Zuge in das VeltlinTheil zu nehmen und so müsse man über andere Mittel Rath pflegen,wozu aber seine Gegenwart nothwendig sei.Früher war man im
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