98 Schreiben der Bündner nach Frankreich.
Itt3>, Geheimen überein gekommen, in der Eidgenossenschaft zwei Regimenter,das eine aus Zürcher» unter Caspar Schmid, das andere aus Bernernunter Joh. Ludwig von Erlach anzuwerben und jedes zu einem Feld-zuge Nöthige vorzubereiten. Aber durch Rohans Reise wurde Allesverschoben.
Unterm 10. Mai erließ der bündnerische Rath ein sehr weitläufigesSchreiben an den König von Frankreich und sandte Eduard Durand,der im Gefolge des Franzosen Bullion sich befand, mit demselben alsStaffele ab. Der Rath klagte in diesem Schreiben über die Zögerung,welche in den Vorbereitungen zur Wiedereinnähme des Veltlins ein-getreten sei; zählte das mnthwillige und ganz und gar unstatthafteVorgehen der Vcltliner, zumal in Belastung der Bündner mit Zöllenund Taxen auf und fügte hinzu, daß das bündnerische Volk über dieQuartierlast der Franzose» sich höchlich beschwere und wie der Rathselbst die Bevölkerung kaum über den laufenden Monat hinaus, Quar-tier zu geben bestimmen könne, wenn der Zug in's Veltlin länger auf-geschoben würde. Dann wurde von Neuem und dringender um dieRückkehr Rohans sowie eine entsprechende Antwort gebeten.
Montags den 5. Juni kehrte Durand aus Frankreich zurück. Waser zur Antwort brachte, machten die französischen Agenten nicht bekannt,doch hieß es, der König habe es dem eigenen Gutdünken der Bündnerüberlassen, ob sie das französische Heer länger behalten wollten odernicht, doch möchten sie in leztcrem Falle wohl zusehen, daß nicht derFeind sofort die Bünde überschwemme. Auch ging das Gerücht, dieFranzosen würden allerorts abziehen und nur tausend Bündner zurHut der Pässe im königlichen Dienste verbleiben.
Da jedoch Rohan, Lande und Bullion es schon von vorne hereinrecht gut wußten, daß, wenn die Angelegenheit dem bündnerischenVolke anheimgestellt bliebe, dasselbe ohne weitere Bedenken die fran-zösischen Truppen entlassen und die Spanier dann Lurch Gewalt odermittelst Heucheln von Freundschaft sich in den Besiz der Pässe sezenwürden, sandte der König von Frankreich, hievon unterrichtet, einenandern Läufer mit Verhaltungsbefehlen in die Bünde, wo er am 6.Juni zu Cur anlangte.
Dienstags den 13. Juni fand dann der Bundstag daselbst statt.Lande und Bullion beschränkten sich auf das Verlangen um weiteresQuartier für die Truppen. Dasselbe wurde ihnen dann auch zuge-standen und im Ober- und Unterengadin, Schams, in der Herrschaft