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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Beschwerdeschrist

1635. Donnerstags den 27. December zogen vor Tage »och hnndertnnd-fünfzig Man» aus dem Regiment Lecques und achtzig Reiter aus de»

Ich weiß sehr wobt, daß Unternehmungen, welche einen Übeln AnS-gang nehmen, vertheidigt werde» müssen, — und dieß selbst dann, wenndemjenigen, welcher sie teilet«, nicht nachgewiesen werden kann, daß erdabei einen Fehler sich zu Schulden kommen ließ; aber keineswegsträumte es mich, daß eine Unternehmung, welche, wie der Plan bezüg-lich des VeltliuS, nach Wunsch ausfiel, ebenfalls einer Apologie be-durfte. Die Kunstgriffe des Herr» du Lande und die Unverschämtheitvon la Saturiere haben inzwischen bei Hofe so weit verfangen, daß ichmich genöthigt sehe, Folgendes zu meiner Rechtfertigung vorzubringen.

Bisher habe ich die Übeln Dienste verschwiege», welche mir alle die-jenigen leisteten, die der Herr du Lande nach Hof sandte. Um zu zeigen,wie unentbehrlich seine Person in den Bünden sei, bat er mich bei denkatholischen Eidgenossen nach Kräfte» verschrieen, was der Angelegenheitdes Köuigs nicht wenig schadete. Auch wollte er aller Welt zu glaube»geben, daß ich als Hugenotl stets die Anhänger meiner Konfession zumNachtheil der Andern begünstigte, welche Leztere sich gar nicht mehr zn be-haupten vermochten, wen» man mir die Zügel schießen ließe. Er war eS,welcher die kleinen Orte bewog, über mich Beschwerde zn führen und alsmich der König nach Hof berief, überall ausstreute, ich würde nicht mehrin die Bünde zurückkehren und sei mit Schimpf meiner Stelle entlassen.Er und Manbuisson haben eine Zeit lang sich sogar zu diesem Zweckeverbündet, bis sie endlich sich nicht mehr mit einander zu vertragen ver-mochten. Wer sich ihm nicht anschloß, gegen mich Parthei nehmend, be-trachtete er als seinen Feind. Herr de Bnllion, der hier war, kennt seinBetragen und weiß, ob ich wahr spreche oder nicht. Doch bat michdieses Astes nicht gehindert, mit ihm in Frieden zu leben, da es derDienst Ihrer Majestät so erforderte.

Das erste Mal, wo ich mich nicht zu seiner Ansicht bekehren konnte,weil dieselbe die Unternehmung gefährdete, trat ein, als ich von Clävenin das Veltliu rückte. Er verlangte, daß ich es verschöbe, bis neue Ver-stärkung angelangt wäre. Handelte ich aber anders, so verwahre er sichgegen die übe!» Folgen, welche daraus entstehen müßten, und zwar nichtblos mündlich mir gegenüber, sondern werde es auch Ihrer Majestät unddem Herrn Cardinal schreiben.

Gleich nachdem die Kaiserlichen zu Worms eingerückt waren und ersich in das Oberengadin zurückgezogen halte, schlug er überall Lärm, wiewahr er prophezeihl hätte und wie all dieses Ungemach »nr daraus ent-standen sei, daß ich seinem Rathe nicht folgte.

Hier muß in Betracht gezogen werden, daß wenn ich damals in dasVeltliu nicht eingerückt wäre, die Armee des Königs in der GrafschaftCläven innert vierzehn Tagen zu Grunde gehen »inßte, während ich dieselbedurch den Einmarsch erhielt »nd gleichzeitig meinen Auftrag erfüllte. Du