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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Machender Gebiet bis nach Leceo.

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Bazan auf der HöheJntrozzo zwei italienische Compagnie» aus dem 163«.Regiment Trivulzio angreife» und es warfen sich dieselben in sofortigeFlucht gegen das Dorf Premana ^ hj. An einer andern, Chranasgenannten, und tausend Schritte von Vestrino entfernten Stelle lageine andere Compagnie, sowohl durch die Naturbeschaffenheit der Um-gegend als Verschanznngcn hinlänglich gesichert, aber auch diese ent-floh ohne Widerstand. Die Franzose» verfolgten sie bis zum Seeuferhinab, todeten Einige und nahmen zwanzig Mann gefangen. Dievier Compagnien im Dorfe Vestrino hatten noch vor Ankunft derFranzosen die Flucht ergriffen, worauf Leeqnes mit den Seinigcnerschien und so dem Herzoge den Weg zum Seeufcr sicherte. ObschonSerbelloni von den Schiffen aus fortwährend auf die Franzosen feuerteund drei davon verwundete, bezog Nohan gegen Abend mit dem Corpsde Bataille zwischen dem See und Vestrino sein Lager.

Anderseits drang Frezelitzre mit den Regimentern Montanster undLande und der Reiterschwadron Saint Andre durch Bal di Ditto undderen Paß in Val Sassina, auf welchem Wege verschiedene Pferde inAbgrunde stürzten. Der Vortrab stand unter dem Obersten Bandy,berüchtigt seiner ungezügelten Begierden halber, schlug zwei aueinem sonst durch Natur und Kunst gleich sehr gesicherten Orte postirteTrivulz'sche Compagnien und todetc dreißig Mann davon. Erwähnens-werth und verhängnißvoll zugleich war es, daß Hauptmann GiuseppeFoffano von dem nämlichen Sergenten im Reginiente Montanster,wieder gefangen wurde, von dem er am 10. November des leztenJahres zu Morbegno bereits einmal gefangen genommen worden war.

Dieser Sergent wurde später von einem andern Soldaten erschossen,mit welchem er in Streit gerieth. Die französischen Soldaten, welcheVandy's Neigungen sehr wohl kannten, begannen sofort zu sengenund zu brennen, die Weiber, welche sich in die Wälder geflüchtethatten, zu schänden, die Kirchen zu entweihen und allerorts zu plün-dern. Umsonst suchten die übrigen Offiziere Einhalt zu thun, sievermochten nichts über die entzügelte Soldateska. Eine große Beutean Vieh und Hausgcräthe wurde in das Veltlin geschleppt.

Sonntags den 1. Mai langte Frezelisre mit den Seinigen beidem übrigen Heere an, welches zn Bcilano, einem schönen Orte am

>2 Nach der Karte ein Ort landeinwärts Vestrino, aus dem linken User.

Noch weiter landcinwärto.