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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Die bündnerischen Regimenter

>«»6, in den Bünden richtend, sondern indem sie sich noch an den alleichrist-tichsten König selbst wendeten und in diesem Sommer den MajorJaeob Molina nach Frankreich sandten. Als dann meist nnr neueVertröstungen und nur sehr weniges baares Geld erfolgte, verbandensie sich neuerdings gegenseitig durch einen Eid (das nämliche war imverwichenen Monat Juni geschehen, wo ein Instrument darüber auf-genommen, von ihnen unterschrieben und beschworen worden war)den französischen Dienst zu verlassen und nicht wieder in denselbeneinzutreten, wenn ihnen nicht ei» Genüge geleistet und zum Bestendes Landes endlich etwas geschehe. ^ Sie gingen »och weiter undgaben den französischen Agenten zu verstehe», wie sie wegen der aus-stehenden Zahlung genöthigt sein würden, die Soldaten von den ihnenzur Hut angewiesenen Posten abzurufen. Sich selbst gegenüber rücktensie freilich Anfangs nicht recht mit der Sprache heraus, weil sie sichnicht dafür ansehen lassen möchten, als handelten sie gegen die TusnerArtikel, welche zur Annahme zu bringen ihnen so viele Mühe gekostetund von Seite Rohans ein blindes Zutrauen erworben hatte.

Gleichzeitig verlangten sie auch von dem bündnerischen Ratbe(einige dessen einflußreicherer Glieder wußten ohne Zweifel, worausdie Sache abzielte), Hülfe und Unterstüzung und derselbe schrieb dannauch an die Minister des Königs und empfahl die Angelegenheit derObersten und Hauptleute dringendst an. Der Rath hatte damalswieder Hoffnung zu einer Rückgabe des Veltlins und Abänderung derJnnsbrucker Capitulation geschöpft und wünschte deßhalb die Truppenzum Dienste des Landes zurückzubehalten.

Nach seiner Rückkehr, welche am 10. September stattfand, berichteteJaeob von Molina, es seien ihm fiir die bündnerischen Regimenterhnndertzwanzigtausend Franke» zugesagt worden und gleich »ach seinerAnkunft in den Bünden würden dieselben ausbezahlt werden. Aufdieses bin begaben sich die Obersten und Hauptleute am 14. Septemberin das Vcltlin, wo sie, weil der Herzog von Nohan noch immer involler Lethargie darnieder lag, mit Lasnier sich in's Vernehmen sezten.Nach langem Wortgefechte zahlte ihnen derselbe etwas aus, aber eswaren nnr dreiuuddreißigtausend Franken, ohne Zweifel in der Hoff-nung, sie würden sich damit begnügen.^ Als sie aber am 24. des

2« Nämlich die Erstattung des Veltlius eintrete.

2' Rohau sagt (bottros II. 187) selbst, die Zahlung sei um so drin-gender, als die Mebrzabl der Offiziere ruinirt sei, »nd zwar deßhalb,