verlangt» ihre» rückständige» Leid.
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nämlichen Monats nach Silvaplana in's Oberengadin kamen, schworen 1636sie neuerdings mit emporgehobenen Fingern, auf den 1. Octobcr nächst-künftig die Fähnlein zu erhebe». Die Obersten Salis und Brüggerhielten sich jedoch von dieser Verbindung jederzeit ferne.
An diesem 1. Oktober dann brachen in der That das RegimentJenatsch aus dem Nnterengadin, die Regimenter Salis und Molinavon Claven, sowie überhaupt die übrigen alle auf und lagerten sichim Tumleschg, Schams und dem Belforter Gericht. Es blieben jedochzu Cläven zurück die Compagnien des Obersten und seines BrudersCarl v. Salis, Carl's Stampa, Peter Rosenroll's und Joh. AntonPestalozzi's, im Prättigau aber diejenige des Obersten Brügger, welchevom Dienste des Königs von Frankreich nicht lassen wollte. DaStampa und Pestalozzi aber der Verbindung ebenfalls beigetretenwaren, wurden sie später von den Andern als meineidig gescholten.
Lasnier und Prioleau waren vorher schon aus dem Veltlin nachCur gekommen und suchten die Regimenter auf alle mögliche Weisevon ihrem Vorhaben abwendig zu machen Prioleau ging so weit,daß er sich erbot, achtzehntausend Franken an den rückständigen Soldsofort aus seiner eigenen Tasche zu bezahlen, wenn sie auf ihre frühere
weil nach Landessitte, das Bermögen der Offiziere für die Löhnnng derSoldaten hafte. Statt der versprochenen 120,000 Franken laugten nur100,000 Fr. an, indem 20,000 Fr. für die Eidgenossen davon genomme»wurden. Aber auch jene 100,000 Fr. redncirte» sich zulezt auf bloße36,000 Fr., wenn man den Betrag für Brod während sechs Woche»davon abzog. II. 204. Ais dann später, wo die Bündner mebr undmehr Spanien und Oesterreich sich näherten, wo bereits die Hauptpunkteihres Einverständnisses festgesezt waren, Nohan von Neuem an den Königschrieb, daß er, der Herzog in den Bünde» bereits allen Credit verlorenhabe und eS ihm nicht möglich sei den Pratiken der schlaue», daS GeldauS offener Hand säenden Spanier Widerpart zu halten und der Königdarauf denken müsse, seine Truppen ohne Schmach aus dem Lande z»ziehen, — laugten erst nach vier Monaten, statt der geforderten Million,hunderttausend Franken an! Met». 326.
Ende December, als die Boten von Innsbruck zurückgekehrt waren,schrieb Nohan zum lezte» Male an den Hof und verlangte seine» Ab-schied. nm nicht Zeuge dcS Schauspieles sein zu müssen, welches sich vor-bereite. Er wollte nach Venedig. Die Entlassung wurde ihm gegeben,dock machte man ihn verantwortlich für Alles, was während seiner Ab-wesenheit vorfallen könnte. Der Mittel, welche er zur Abwehr des täg-lich wachsenden Nebels vorgeschlagen hatte, wurde mit keiner Silbe er-wähnt." Mckn. 335.