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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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206
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206 Bundstag zu Jlanz.

1636 Königs beizubringen. Aber auch diese wurde durchaus unverändertund mit dem Tusner Original ^ gleichlautend befunden. Die spanischGesinnten jubelten, denn nun war das Volk des Tusner Einverständ-nisses entbunden, weil die demselben beigefügte Clausel, daß dasselbein allen Punkten zur Ausführung kommen müsse, es davor befreite.

Darauf verlangten sowohl die Häupter als die Obersten vonNeuem die Erstattung des Veltlins und Leztere thaten sogar damitgroß, sie wollte» auf ihren Sold verzichten, wenn die vollständigeRestitution geschähe, hinreichend überzeugt, daß die Franzosen sichdarauf nicht einlassen würden.

Gegen Ende des Monats October wurde der Bundstag, um nichtin der Nähe der französischen Agenten zu sein, zu Jlanz abgehalten.Es war derselbe zahlreich besucht, doch wurde nur bei Wenigen heim-lich agitirt. Der bünduerische Rath hatte verordnet, daß die sechsbündnerischen Regimenter als im Dienste des GesammtvaterlandeSstehend zu betrachten wäre» und daß ihnen alle Gemeinden Quartierzu geben hätten. Auch versprach er Jenen seine Unterstüzung, wennJemand sie anzugreifen gedächte und machte das Nämliche allen Ge-meinden zur Pflicht. Es wurden auch Joh. Schorsch, Georg Jenatschund Mcinrad Buol als Gesandte nach Innsbruck zu senden beschlossen.Von dort aus gingen dieselben bis Cöln am Rhein.

Ihre offene Jnstruction ging dahin, auf die Aufhebung des Jnns-drucker Tractats von 1629 und die Bestätigung der alten Erbeinigungdes Jahres 1518 zu dringen. Heimlich hatten sie den Auftrag mitden kaiserlichen, erzherzoglichen und spanischen Ministern über die Artund Weise sich berathen, wie das Veltlin besezt und die Franzose» ausdemselben hinausverdrängt werden könnten.

In die Eidgenossenschaft wurden Job. Gaud. Schmid und Rudolfv. Salis-Zizers gesandt, um mit Hinweisung auf die leeren Ver-sprechungen der Franzosen in Luzern und Zürich das Verlangen zustellen, daß man ihnen keinen weitem Paß in die Bünde gestatte, bissie nicht dasjenige leisteten, was sie so oft versprochen hätten.

Inzwischen suchte Rohan die bündnerischen Regimenter zu ver-söhnen und mit süßen Worten und der Hoffnung auf Zahlung wiederkirre zu machen. Als er aber die Obersten und Hauptlente von solch

^ D. b der königlichen, mvdificirten Ratificalion desselben, welcheNoha» eben zu Gunsten der Bündner den ursprünglichen Tusner Ar-tikeln consorm beizubringen versprochen hatte.