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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Streit zwischen Rohan und Lasnier.

unversöhnlichem Hasse gegen LaSnier erfüllt sah, daß sie durchausnichts mehr mit ihm zu schaffen haben wollten, kam es zwischen ihmund dem Intendanten Samstags den 29. November zu einem heftigenWortwechsel. Die Gelegenheit war folgende. Als ungefähr fünfWochen vorder die Häupter, Obersten und Hauptleute den Herzogund Lasnier in des Erster» Behausung aufgesucht hatten, und dieBündner die Zahlung des Soldes, Rohan aber, daß die bündnerischenRegimenter wieder in Dienst träten, verlangten, die Offiziere mitden Häuptern auch bereits wieder aus dem Zimmer hinausgegangenwaren, soll Lasnier dem Herzoge gegenüber geäußert haben:Ichwill mit diesen Betrügern (lourkunt«) nicht mehr unterhandeln undverkehren." Wie man sagte, hatte Durie Enderlin, der unter denLezter» hinaus ging, diese Rede noch vernommen. Bald darauf erklär-ten und zwar wie Lasnier und Andere glaubten, in Folge einer Ver-abredung zwischen Rohan und Prioleau, die Obersten und Hauptleute,(Oberst Molina, Lasnier äußerst verfeindet, führte für sie das Wort)vor Rohan, Lasnier und Görard Colbert, der nunmehr als Intendantaus Frankreich gekommen war, sie könnten keinen Kriegszahlmcisteranerkennen und wollten auch, da der königliche Gesandte in militä-rischen Dingen sie nichts angehe, in Gemäßheit des Bündnisses mitdem allerchristlichsteu König mit Niemand Anderem als dem Generalselbst unterhandeln. Zudem habe sie Lasnier kürzlich beleidigt, indemer sie Betrüger nannte, und sie verlangten Genugthuung. Lasnierläugnete sofort jene Worte ausgesprochen zu habe» und behauptete, siethäten ihm Unrecht. Hierauf bemerkte Roban, Lasnier habe es ohneZweifel nur im Zorne gesagt. Der Andere fuhr zu läugnen fort,Niemand, sagte er, könne dieß in Wahrheit behaupten. Hier brausteRohan auf:Bei Gott, diese Worte sagte er und er lüge so oft er esläugne." Mit der Aeußerung, er wolle ihn als General schonen, abernichtsdestoweniger sei es unwahr, verließ er nun Nohan's Wohnung,sich beschwerend, daß er mit solchem Uebelwollen behandelt würde.

Uebrigens vermochte es Rohan über die Obersten und Hauptleute,daß sie ihre», Einverständniß entsagten und wiederum zum Dienstedes Königs zurückkehrte». Gegen LaSnier's Willen zahlte er auchFr. t 30,000 aus, versprach ihnen innert fünf Wochen ebensoviel ein-zuhändigen, für den Rest ihres Guthabens aber unter königlicherVerantwortung Bürgschaft z» leisten. ^

IVZ6

^ Dieß geschah am 7. December. Rohan.