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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
Entstehung
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210
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2lO Ankunft des Eardinals von Luvn in Cur.

Hanptleutc sein Möglichstes an, um sie gegen ihn (Lasnier) aufznhezen,sich selbst dagegen zu verbinden, indem er ihnen in jeder Beziehungentgegenkomme, wohl wissend, daß auch die Spanier sie auf alle mög-liche Weise zu gewinnen suchten. Durch solche Lockungen Hoffederselbesie zu bewegen, die französische Parthei nicht zu verlassen.

Doch ich kehre zum Verlaufe der Geschichte wieder zurück.

Eingangs November wurden die französischen Regimenter desBaron's de Merviel und des Vicomte de Colle entlassen, denn siewaren schon sehr zusammengeschmolzen.

In der Nacht auf den 4. November gerieth die von den Spaniernbesczte Schanze au der Adda, durch Unvorsichtigkeit der Mannschaft,in Braud.

Am 19. November langte von Rom und Venedig her und durchdie Bünde seinen Weg nehmend, Alphons Louis Plessis, Cardinalund Erzbischof zu Lyon ^ in Cur an. Er war auf der Rückreise nachFrankreich und wurde von den Truppe» und den Bürgern mit Freuden-schüssen empfangen. Auch weilte er fünf Tage in der Stadt.

Eingangs December wurden Nachts aus einigen katholischenKirche» des Unterengadins, nämlich zu Remüs, Eins, Vettan, Ardezund Zernez, sämmtliche Altare entfernt, das Kirchengeräthe mit denOrnamenten jedoch nicht zerstreut, sondern in die Häuser der Katho-liken gebracht, deren jedoch keines dieser Orte über vier zählt. DieWohnungen der Kapuziner blieben jedoch sammt den Altären, wo sieMesse zu lesen Pflegten, unangetastet.

Sowohl der bündnerische Rath als auch hauptsächlich Rohau warenüber dieses freche Thun im höchsten Grade aufgebracht und sandtenals Commissarien den Joh. Anton Travers, einen Evangelischen, und

immerhin i» Rücksicht der Religion von ihnen keine weitere» Zngestäud-nisse erlangen sollten, so würde» sie doch wenigstens mit ihnen im Friedenleben, während sie, stets an Frankreich gekettet, nichts weiter als eine»ewigen Krieg zn gewärtigen hätten. Das Ende eines solchen Gespräche»war stets von einem kleine» Geschenke begleitet, das die vorgebrachtenGründe noch einleuchtender z» machen nicht veriehite.

Auf den Gemeinden gingen eigens dazu bestellte Leute herum, mitder Rede: „Wie lange werden wir in der Knechtschaft verharren! VonBesten eingeengt, sind wir znm Gespötts unserer Nachbar» geworden,und statt dasjenige wieder zu erringe», was wir verloren haben, werdenwir auch noch das Wenige einbüßen, was wir noch besizcn."

Er war der Bruder des Cardinais de Richelieu. Rokan.