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Geheime Unterhandlungen von
1«37. Dem Herzog von Nvhan gab Jenatsch über die Jnnsbrucker Ver-Handlungen Bericht. Die Oesterreichs, sagte er, habe er schwankend,die Spanier ebenso stolz als hartnäckig gefunden. Sie wollten stetsdie Monsonioschen und Regensburger Tractate beobachtet sehen n»des sei bei ihnen nichts als Worte und Wind zu finden. Als der Herzogdamit ziemlich zufrieden schien, fügte er hinzu: Die Spanier würdenmit den Bündnern unterhandeln, wenn diese irgend ein Fort oder eineSchanze der Franzosen zu besezen im Falle wären. Der leichtgläubigeHerzog ließ sich mit diesem Berichte abfertigen.
Als übrigens die Boten immer länger zu Innsbruck weilten, ver-langte Rohan, nachdem er, wie er meinte, die Oberste» und Haupt-leute beschwichtigt hatte, Von den Häuptern, daß Jene zurückberufenwürden, zu welchem Zwecke er dreimal einen Expressen" schickte.Doch gerade dieses bewog die zaudernden Spanier, nämlich den Herzogvon Aleala und Grafen d'Ognaz, Beide beim Kaiser bevollmächtigt,sowie Don Federigo Henriquez", bei der Erzherzogin auf Annahmeder Artikel zu dringen, den» sie wußten wohl, daß bei dem von denevangelischen Bündnern geliebten Herzog von Rohan mit Gewaltnichts ausgerichtet werde» konnte. "
Inzwischen pflog der Graf Serbelloni mit Caspar Schmid vonJlanz, welcher von den Jnnsbrucker Traetation nichts wußte, eben-falls geheime Unterhandlungen. Jenatsch und Rosenroll theilten dieses,nunmehr weniger besorgt, dem Herzog von Rohan mit.
Es hatten mit Serbelloni übrigens auch die Obersten Florin undJenatsch sich besprochen und Briefe gewechselt. Nun traf es sich aber,daß, als am 19. Februar Joh. Scandolcra aus dem Engadin, welchernach Padua reiste, um den Doctorgrad als Mediziner sich zu erwerbenund im Gasthof zu den drei Königen in Mailand sich befand, einKammerdiener des Grafen Serbelloni eben Briefschaften seines Herrnbrachte und Ant. Schenardi, einem Misorer von Grono, der eigenszu diesem Zwecke dahin gesandt worden war, übergab. Sie trugenin italienischer Sprache die Adresse Joh. Simeo» Florin's und GeorgJenatsch's. Der Bediente, welcher Scandolera ebenfalls zur spanischenFaction zählte, theilte ihm mit, Laß sein Herr mit fünftausend Mann
" Er befand sich damats noch im Betitln.
" Spanischer Gesandter zu Innsbruck.
" D. h. daß die Spanier bei Roka»'s Kriegsersahrunz nichts ver-inochle», wenn sie die Nnndner nicht aus ihre Seite brachten.