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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Jenatsch und Florin mit Spanien

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z» Fuß und tausend Reitern nach den, Veltlin bestimmt sei. Vorher <637.sollten die Bündner aber die Franzosen an der Rheinschanze angreifenund den Spaniern dann behülflich sein, sie gänzlich aus den Bündenund dem Veltlin hinauszuwerfen. Er fügte hinzu, die ebengenanntcnzwei bündnerischen Obersten, sowie verschiedene Andere hätten währendder lezten Kämpfe stets complottirt, doch sei bei der Tüchtigkeit Nohan'Ses stets vergeblich gewesen. Seandolera theilte Alles, was er gehört,Priolean und dem Obersten Salis mit. Roban stellte in GegenwartPrioleau's den Oberst Jenatsch zur Rede, der aber mit seiner gewohn-ten Schlauheit sich damit Herauswand, Seandolera studire zu Paviaauf spanische Koste» und das ganze sei ein von den Spaniern an-gelegten Plan, um ihn (Jenatsch) zu verdächtigen und verhaßt zumachen. Eine Zeitung", welche zu Mailand erschien, theilte sogarden ganzen Traktat mit. Nohan laß sie durch und sandte sie auchJenatsch zum Lesen zu. Der Herzog tröstete sich aber mit der Frist-verlängerung ", die er bis zum 1. Mai" erhalten hatte und daßJenatsch und seine Genossen bei Annahme der Tnsner Artikel sich soeifrig gezeigt hätten und daher ihm treu wären. Ohne Argwohn wür-digte er sie wieder seines Zutrauens.

Jenatsch gestand inzwischen später, er sei nicht wenig erschrockengewesen, daß die Sache verrathen worden war, doch habe er mitleichtgläubigen und nachsichtigen Leuten zu thun gehabt.

Schon im Jahre 1632, wo die Erstattung des Veltlins oder ei»Kriegszug in dasselbe unterblieb, wurde das Gewebe dieser Pratikenin aller Stille begonnen, doch konnten die Spanier damals nicht zudem gebracht werden, was man wollte, bis endlich die unbesiegbareTapferkeit Rohans sie dahin belehrte, wie mit Gewalt gar nichts merreichen sei.

" psovn publics, tlsrelsm vvcnnt, üleclielsni 8oriptn totum trac-tntum oontinelmt. Ölig.

" Bebnfs Einholung der unveränderten Ratifikation der TuSnerArtikel. Es scheint, daß diese Unterredung Jenatfth'ö mit dem Herzagalso nach dem 10. März, wo der Bcitag abgehalten wurde, stattfand.

46 Aus dem Beilag vom 10 März beschlossen. Oberst Caspar Schmrdvon Zürich berief sich ausdrücklich ant diese» Beschluß, als die Bündnerdann dennoch früber losbrachen. Nodan hatte selbst diese sechs Wochenverlangt, um die Ratifikation des LuSner Traktats- beizubringen. DieFrist wurde bewilligt und das nämliche Versprechen dem Könige in einemvor» 12 März datirtc» mit dem Sigel der drei Bünde versehenen Briefegegeben. Msm. 311.