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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Beitag vom 10. März.

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Wenn Ihr die Franzosen aus dem Lande zu jagen im Stande seid, 1687.können wir einen guten Vertrag schließen." Rohan aber hatte er be-richtet, die Spanier wollte» sich nicht früher in Tractationen einlassen,als die Bündner wieder im Besiz ihrer Pässe wären, was denHerzog sehr zufrieden stellte."

In Folge dessen schrieb derselbe unterm 5. Februar an die bünd-nerischen Gemeinden, wiederholte kurz die Vorgänge der lezten fünfJahre und verlangte, daß Jene ibre Boten zu einem allgemeinen Beitagmit der Vollmacht das Veltlin und die beiden Grafschaften wieder inEmpfang zu nehmen, abordneten und zwar in Gemäßheit des Tractatszu Tusis, den der König in allen Stücken einzuhalten gesonnen sei.

Dieser Beitag, welcher auf den 3. März angesezt worden war.wurde erst am 10. desselben Monats abgehalten. Hier verlangten dieBündner nicht nur den Besiz des Veltlins, sondern auch dessenGewährleistung, ferner die Zahlung der allgemeinen und besondernPensionen und Jahrgelder und die Entschädigung der Obersten undHauptleute. Dann wurden neun Commissarien zur Besizergreifungdes Veltlins erwählt, nämlich Landrichter Conradin v. Castelberg,Oberst Joh. Simeon Florin, Joh. Gaudenz Schmid, BürgermeisterGregorius Meyer, Oberst Georg Jenatsch, Anton v. Salis, McinradBuol, Haupt des Zehngerichtenbundes, Oberstlieutenant TheodorEnderlin und Oberst Joh. Peter Guter. Alles sollte auf die Gemein-den ausgeschrieben und von ihnen darüber abgestimmt werden. DieMehren hatten bis zum 25. März dem Bürgermeister von Cur ein-geliefert zu werden. -

Dem Herzog von Rohau wurde bis 1. Mai ein Termin einge-räumt, um Seitens Ihrer allerchristlichsten Majestät, die Bewilligungder gestellten Anforderungen beizubringen. Als Bote ging dann so-fort der Secretär Benjamin Prioleau ab.

^ Sibeint eine Wiederholung der Stelle auf S. 213 u. 214 zu sein.Ueberbaupt läuft hier das Manuskript wirr durcheinander.

Sein Bericht bei Hofe machte tie'en Eindruck und erst von jezta» behandelte mau die ganze Sache mit Ernst. Anfangs zwar dachteman über die Mittel und Wege nach, wie man die Truppe» mit Ehrenaus einem Lande zurückziehe» könnte, wo sie nichts nüzten, sondern nurGeld kosteten. Auch untersuchte man, ob es im Interesse des Königsliege, das Veltlin zu behaupten, und ob die früheren Minister wohloder übel daran gethan hätten, den König in Liese Angelegenheit zu

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