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Belagerung der Rheinschanze.
1637. zurückkehrte, mit ihnen sich i» die Schanze einschloß und von Zürichher eine Verstärkung von fünfzehnhundert Mann verlangte.^ DerFahndrich seiner Leibwache, Johannes Beuch, wurde, als er ebendamit beschäftigt war, das bündnerische Volk zu zählen, in der Nähevon Cur gefangen genommen und nach Zizers abgeführt.
Wenn der Herzog von Rohan in das Veltlin gezogen wäre (dennseine von dort angelangten Pferde sollten »ach drei Tagen wiederdahin zurückkehren) so hatte man den Plan sofort nach Wegnahmeder Rheinschanze mit der bllndnerischen Macht in das obere Terzier
n Dem französische» Gesandten Meliand in Solothurn gab er,nicht ohne große Schwierigkeiten für den Dnrchpaß des Boten, genauenBericht über alle diese Vorfälle, damit er sie a» den Hof melde. Leztererwurde im höchsten Grade bestürzt. Auf die erste Nachricht, welche sievon dem Ausstand der Bünde, von, Anmarsch der kaiserlichen Truppe»gegen den Steig, des Mailändischen Heeres aber gegen die Beste Fnenteserhielten, wähnte» die Minister die Armee im Veltlin unrettbar verlorenund fürchteten nichts so sehr, als daß der Herzog von Noha» die Ordredessen, was zu thun sei, vorerst hätte abwarten wollen, — in diesem Falleeine solche Pedanterie bitter tadelnd, denn der Commandant eines Heeresin der Fremde und so entfernt, wie er, sagte» sie, müsse selbst die durchdie Umstände gebotenen Entschlüsse fassen, und nicht erwarten wollen,daß sie ihm vorgeschrieben und zugeschickt würden.
Priolean drang »nn darauf, daß eine derartige Vollmacht dem Herzogschriftlich gegeben würde, aber man wendete dagegen ei», hiezu sei eszu spät und wenn der Herzog nicht schon von sich aus tractirt habe, dieArmee nnzwciselhast verloren; doch hofften sie, daß Gott ihm den Gedankendazu eingegeben halte. Als Priolean aber ohne die schriftliche Voll-macht nicht abreisen wollte, erhielt er am 30. März neben den benötbigtenGeldsumme» zur Beschwichtigung der Bündner, eine vorn Könige unter-zeichnete Jnstruction für den Herzog von Nokan, zufolge welcher der-selbe das Veltlin unter noch vortbcilbafteren Bedingungen als das HauSOesterreich erstatte» sollte, mit der Anweisung alles von sich aus noch bei-zufügen, was er für zweckmäßig erachte, jedoch im Punkte der Confessions-duldung nicht weiter z» gehen, als die Spanier es zu thun gedächten,»ebst dem Versprechen künftiger, pünktlicher Zahlung des Soldes a» dieTruppen. Sollten die Bündner hierdurch nicht zufrieden gestellt werde»,so habe der Herzog zu trachten, daß in gemeinschaftlichem Einverständ-nisse die Forts des Veltlins in die Hand Venedigs, die bündnerische»aber in diejenige der Zürcher depvnirt würde». Erst znlezt, wenn garkein Mittel mebr übrig bliebe, die Sache wieder gut zn mache» oderderen AuSgang günstiger zn gestalten, habe der Herzog dahin z» tractiren,daß er die Truppen durch die Eidgenossenschaft »ach Frankreich zurück-führen dürfe. Mein. 37t ». fflgg.