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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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273
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Schreibe» der evang. Decane an die evang, Geistlichkeit. 273

daß das Veltli» sofort mit freier Religionsübung der Evangelischen 1638.und Beobachtung der Grnndgeseze hinsichtlich der Freiheit beider Re-ligionen in den Bünden, erstattet werden sollte, und daß die damalsdem Vaterlands drohende Gefahr damit abgewendet werden könne.

'Auch seien sie, die Decane, damals der Beglaubigung gewesen, daßman mit den Eidgenossen Rath pflegen und in jeder Beziehung aufdie eigene Sichersteltung dringen würde. Nachdem aber alle dieseVerheißungen als leere Worte sich erwiesen hätten, auf das öffent-liche Wohl keine Rücksicht genommen worden sei und nun derevangelische Glaube aus den Unterthancnlanden ausgeschlossen werdensolle; nachdem man ferner die Bemühungen der Prediger gemiß-braucht habe und die Volksfceiheit von Tag zu Tage mehr beschränktwerde, verlangten sie nunmehr, daß die Gesandten aus Spanienzurückberufen würden, damit sie daselbst nichts weiter verhandeltenund zum Abschluß brächten. Lange genug hätte man das Volk ver-ächtlich hingezogen und alle Versprechungen Lügen gestraft. Das-selbe würd« keiteres Bündniß mit Spanien verlange» und Gott ihmandere Mittel bieten, durch welche es seine Freiheit wieder zu erlangenund zu behaupten im Stande wäre.

Im vorigen Jahre sei zu Samaden mittelst eines Snnodaldecrctesauch beschlossen worden, daß die Prediger mit Umsicht und Festigkeitallen Tractaten und Friedensverhandlungen mit auswärtigen Fürstensich widersezen sollten, sofern durch dieselben nicht dem Vaterlande ge-nüzt, so wie die alte Freiheit sowohl in geistlichen, als weltlichenDingen und auch bei unsern Unterthanen wieder hergestellt würde. Auchsollten sich Jene, immerhin mit Mäßigung, gegen die ungewöhnlicheWeise der Landesverwaltung, welche durch einige Wenige und ohneBegrüßung des Volkes geübt würde, erheben, mit feierlicher Verwah-rung vor Gott, keine Schuld daran tragen zu wollen, wenn Unheilund Aergerniß daraus entstünde.

Dieß Alles möchten sie mit möglichster Beförderung ihren Zu-hörern wissen lassen, nicht ohne jedoch dabei die höchste Umsicht zubeobachten, damit keinerlei Aufruhr die Folge wäre. Deßhalb sollte»sie es auch nicht von der Kanzel aus vorbringen, sondern lediglich imPrivatgesvräch und unter Vermahnung an das Volk zum Schirm derReligion fest auszuharren.

Es erschienen dann am 17. April die Decane Georg Salnz, LuziusGabriel Namens seines Vaters Stephan und Hartmann Schwarz vor

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