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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
Entstehung
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274
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Vortritt der Deeane vor dem bündn. Rothe.

1638 . dem zahlreich versammelten bündnerischcn Rathe, wo Salnz in sehrgewählter Rede sämmtliche Beschwerden vortrug. Die Decane, sagteer, seien niemals Feinde der Ruhe gewesen und hätten namentlich mitunser» Nachbarn einen aufrichtigen Frieden gewünscht und da OberstGuter (dieser wurde namentlich aufgeführt) und andere sowohl evan-gelische als katholische hochstehende Bundsmänner sie fortwährend ver-sichert hätten, der Tractat zu Innsbruck verheiße auch bezüglich derReligionsverhÄtnisse bei den Unterthanen vollständige Zufrieden-stellung, wären auch sie nicht nur damit einverstanden gewesen, sondernhätten auch die anderen Prediger vermahnt, sich nicht dagegen aufzu-lehnen, alles jedoch in der Voraussezung, daß stets unter Einholungdes Rathes der Eidgenossen gehandelt würde. Aber mit Schmerz undStaunen müßten sie jezt sehen, daß die Besten im Veltlin und an derRiva niedergerissen, die bündnerischen Truppen außer Lands geführt,Fremden der Paß gestattet und die Bündner, der erhaltenen Zusagezuwider noch immer nicht in den Best; des Veltlins und der Graf-schaften gesszt würden. So seien sie getäuscht worden nnd auch dasVolk beklage sich, daß es den Predigern geglaubt habe und dadurchhintergangen wurde. Deßhalb bäten sie abermals den Versprechungennachzukommen, mit den Eidgenossen Rath zu pflegen und die alteWeise der Landesverwaltung zu beobachten. Geschähe solches nicht,so müßten die Gesandten aus Spanien zurückberufen und alle weiterenUnterhandlungen abgebrochen werden. Sie wollten zwar jeglichenAufruhr vermeiden und verhindern, bezeugten es aber vor Gott, keineSchuld daran zu tragen, wenn irgend ein Unheil die Folge sei.

Viele Glieder des Beitags verhandelten inzwischen mit demGrafen Biglia und dem Doctor Francisco Casnedo, Abgesandten desMarquese Leganez, dahin, daß der Artikel bezüglich der Religions-übung in den Unterthanenlanden in eine mildere Form gebracht würde;zu Cläven mochte der prostetantische Gottesdienst fortdauern und denAmtleuten im Veltlin erlaubt sein, nach Belieben evangelische Predigerin die Amthäuser zu berufen, um die kirchlichen Funktionen vorzuneh-men. Jener aber antwortete sehr bestimmt, er habe darüber keineVollmacht und glaube, daß solches schwerlich gestattet werden würde.Endlich wurde beschlossen, den Gesandten in Spanien zu schreibe»,daß sie bezüglich der politischen Angelegenheiten in keiner Weise undnicht um ein Jota von den zu Alessandria festgesezten Artikeln ab-weichen dürften. Was die Religion anlange, sollten sie für dieProtestanten, so günstig als nur immer möglich, abzuschließen suchen.