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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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314
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314 Gegenseitige Schleifung von Schanze».

Die Bündnec hatten ferner einen Beitrag zur Tilgung der öffent-lichen Schuldenlast gewünscht, dann die Vergütung sowohl der Beitags-kosten als derjenigen, welche bei dem Abzug des französischen Heeresaufgegangen waren, sowie daß zu Gunsten des Misoxerthales zu Ca-nobbw 60 Märkte abhalten würden. Leganez nahm diese sämmtlichenBegehren zur Berichterstattung an seinen König und versprach sie denBündnern zu lieb zu befürworten.

Noch wurde festgesezt, daß die bündnerischen Amtleute in denUnterthancnlanden sich ganz wie die evangelischen Eidgenossen in ihrenwälschen Vogteien zu halten hätten.

Die Einwohner des St. Jacobthales in der Grafschaft Clävenbesaßen früher in Civilsachen ihre eigene Gerichtsbarkeit mit Appellationan die Bündner, und bewiesen sich gegen Leztere stets so freundschaft-lich, daß der Graf Serbelloni im Jahre 1622 den größten Theilihrer Thalschaft mit Feuer und Schwert verwüstete. Uebrigens hattenBischof Paulus von Cur und die drei Bünde schon im Jahre 1513durch eine von den Rathsboten zu Jlanz ausgestellte Urkunde, welcheinzwischen den Räthen und Gemeinden, als höchster Landesbehörde,gar nicht vorgelegt worden war, den St. Jacobsthalern das öffentlichePrivilegium ertheilt, daß in Criminalsachen der CommissariuS vonCläven unter Zuzug von vier Männern aus ihrer Mitte Recht spreche»dürfte, wobei jedoch die Bußen den Bündnern allein zu gut kamen,und auch das Recht der Begnadigung ihnen zustand. So verblieb esauch weiter und das Thal erhielt, wie man sagt, auch noch größereZugeständnisse von Seite der bündnerischen Gemeinden, unter der Be-dingung, daß sie sich auch ferner ihrer würdig erweisen sollten. Diesessind die Privilegien, welche das St. Jacobsthal vor der übrigen Graf-schaft Cläven voraus hat.

Am 16. October wurde mit der Schleifung der Castelle zu Sondrivund Cläven begonnen und die Arbeit mit Eile fortgesezt. Namens derSpanier waren Luis de Panizza, Commandant der Feste Fuentes undder Doctor Francisco Maria Casnedo anwesend.

Als Gegenleistung demolirten dann auch die Spanier die Befesti-gungen zu Dazio, Müß und auf dem Berge Peschedo. Der bünd-nerische Jnspector, welcher der Sache beiwohnte, war HauptmannCarl Stampa von Cläven.

Auf dem rechte» Ufer des Vago Maggiore. *

Paul Ziegler.