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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Masers Ehrenrettung.

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Zu diesem moralischen Fehler flößten noch andere, die auf seinGemüth und Feder, unmöglich nicht wirken könnten. Er war auseinem der drey adelichen Geschlechtern zu Davos, welche, seiner eigne»Erzählung gemäß (p. 581.) die Aemter und Würden des ganzenBundes sich gleichsam erblich gemacht, und nun als einen ausschlnssen-dcn Besitz zu betrachten angefangen hatten, aber ungeachtet der äuffec-sten Anstrengungen hatte er zusehen müssen, wie Maser diese Ehrenund Nutzungen allen denen gemein gemachet, die sich zu gleicher Frey-heit verbunden, und selbige, gleich jenen, mit ihrem Blut beschützthatten.

Zu dem war Sprecher, bey den gütlichen und rechtlichen Hand-lungen der 2te der fünf Davosischc» Sachwalter, der erste aber, Bunds-Landammc» Andreas Sprecher, sein Bruder gewesen. Vergeblich hattesich Hr. Doctor beeifert, die Rechtsbeständigkeit des angeblichen Be-sitzes andern eben so einleuchtend zu machen, als klar sie ihm war,verfehlte er aber schon den Zweck, so verfolgte ihn doch der Geist deskluickours auch in seiner Geschichte.

Was aber am meisten die Ausschweifungen des Herren Sprechersdewürkt hat, — waren die verlohrnen Kräfte. Er gestehet offenherzig(p. 577. 711.) daß dieses Geschäft und besonders die WaserischeHandlung, welche er als Verlnrst der Freyheit seines geliebten Vater-landes ansehe, wegen des beständigen Kummers ihn in Schwermut!)gestürzet, und seine Krankheit der Colik und Wassersucht so vermehrethabe, daß unter den sich häuffenden Schwachheiten des Leibes undder Seele, sein Fleiß, Geschicklichkeit und Kräfte täglich so abnehmen,daß er Schwindsucht und Schlag zu befürchten habe.

Sprecher war also durch eigene Anliegenheit, durch übertriebenenPartheygeist, durch Melancholie, in diejenige leidige Lage des Gemüthsversetzet, die schlechterdings nicht gestattet, die Vorwürfe »ach ihrerwahren Gestalt und Farben zu betrachten. Das redlichste Herz leidetda Gefahr, irre zu gehen. Es kann weiter weder seine eigne Gedankenleiten, noch andern ihre beurtheile». Der geradeste wird in unver-diente Verdachte eingewickelt. Vorsichtigkeit und Klugheit werde» dalauter Absichten und Gefährde. Welch beklämmter Schluß seiner Er-zählung? ich. 685.) „Nun habe ich endlich die traurige und unglück-liche Geschichte meines Vaterlands erzählet, das der grosse allmächtige„Gott trösten und erhalten wolle Amen". Sollte man nicht glauben,