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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Ciaff. XxXxXVI. Vom Diſtilliren.

Wann man demnach etwas diſtillieren will ſo muß man zuvor die Roͤh-redes kuͤpffernen Inſtruments mit einem ſaubern leinen Tuchumwinden/ undſolches in das vorbeſagte Loch geheb einſtecken.

Auffder andern Seiten des Faſſes wird auch ein Loch uͤber dem Bodenemacht/ darein man einen Zapffenoderhoͤltzern(Knoͤpffen) Krahnen ſteckenan/ damit die Diſtillation heraus gelaſſen werden koͤnne.

Im obern Boden des Faſſes muß eingroſſes Loch/ ohngefaͤhr einer groſ-ſen Spannen weit/ hienein gemacht werden/ dardurch man den Zeug zumDiſtillieren/ durch einen Truͤchter/ hienein gieſſen koͤnne.

Endlich wird auch recht unter dem Bodenein Loch gebohret/ ohngefehrdrey oder vier quer Finger breit/ daran man eine Roͤhre von Kupffer/ einerSpannen lang/ veſt nageln koͤnne. An dieſe Roͤhre muß hernach ein ander hoͤl-tzern Faß/ mit einer Kupffer⸗Schlangen accommodiret, und in das Faß kaltes

Waſſer voll gegoſſen werden/ und muͤſſen die Roͤhren von einem zum andernFaß wol in einander ſchlieſſen/ und verlutixt ſeyn.Die Form und Geſtalt der beyden Faͤſſer/ ſamt dem Oefelein/ weiſet fer-ner die Figur ſub sig. n/ und iſta der oben beſchriebene Ofen/ mit Fbezeichnet.b Das Faß/ worinn der Gezeug/ ſo diſtillieret werden ſolle.c Seynd Stoͤpffel an dem Faßboden.d Iſt die Roͤhre von einem Faß in das andere/ ſoan die KuͤpfferneSchlange im Kuͤhlfaß angeſtecket ſeyn ſolle.ee Seynd die Stuͤhle/ worauff die Faͤſſer geſtellet werden.f Iſi das Geſchirr/ worein der Spiritus laufft.g Iſt das Kuͤhlfaß.IV. Eine compendioſe Art/ dadurch man unterſchiedliche Sa-chen diſtillieren kan/ weiſet die Fig. k.

Dieſe Art iſt bequem/ und kan inſonderheitzum Digeriren und Diſtillie-ren dienen/ und auch zu andern Sachen nuͤtzlich ſeyn/ kan gebraucht/ und an ſtatteines kupffern oder bleyernen Keſſels/ wie ſonſten gebraͤuchlich/ ohne ſonderba-ren Koſten/ auff nachfolgende Weiſe gemacht werden:

Manlaͤfſet von Eichen⸗Holtz einen Zuber zurichten/ in Geſtalt wie die PigIis E ausweiſet/ nemlich/ oben enger als unten/ und mag man dieſes Geſchirr ſogroß machen/ als man will/ die Hoͤhe dieſes Zubers oder Kufenkan ohngefehrſechze hen oder neunzehen Zoll hoch genommen werden.

Oben an dem Rande dieſer Kufen ſolle es einen Abſatz haben/ damitman einen Deckel von Holtz/ Kupffer oder Bley gantz geheb darauff legen

koͤnnt/ aiſo daß dieſelbige die Kufe fleilſig beſchlieſſe; In beſagten Deckel gn