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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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888 Cla XXXvI. Vom Diſtilliren.

,,,-ggg Die Fuͤſſe des Stuls/ worauff der Zubergeſtellet worden.Was ferner anbelanget dieuͤbrigen Inſtrumenten/ ſo zum Diſtilliren ge-hörig/ ſo ſeynd zwar derſelben ſehr viel und mancherley/ je nachdeme man etwaszu kͤnſtlen hat; weil aber unſer Vorhaben nicht iſt/ viel Umſtaͤnde und Weit-laͤufftigkeit zu machen/ als ſetzen wir nur nachfolgende nothwendige/ nach An-weiſung der Figur ſas La. G.a2 Iſtein Zinnen Bren⸗Helm/ undb der Bren⸗Kolbe/ ſo auch von Zinn/ Kupffer/ oder von Haffner-Erde/ innen verglaͤſert ſeyn ſolle.ddd Iſt Baſt/ daranunten der Stroh⸗Krantzc mit Bley darein gewicklet angebunden.e Ein Vorſetz⸗Glaß/ darein das Diſtillierte auffgefangen wird.flf Seynd von Glaß/ Kupffer/ Zinn/ oder Haffner⸗Erden groſſeund kleine Truͤchter.ge Seynd Eiſen mit Ringen/ ſo man gluͤend machen/ und damitdie Glaͤſernen Kolben/ ſo weit man will/ abſchneiden kan.h Iſtein ee Hacken/ damit man die Kohlen aus dem Oefeleinziehenkan.i Iſt eine eiſerne Kohlen⸗Klufft/ damit ſelbige auß dem Oefelein zuziehen oder einzulegen.k Der Blaßbalg/ wann man denſelbigen noͤthig haben moͤchte.1 Ein Korb zu den Kohlen.

IV. Die Præparation der Kraͤuter/ Wurtzeln/ Samen/ Blumen/

und dergleichen betreffend; ſo iſtelbige vornemlich Dreyerley:(1.) Die Einbaͤitzung.(2.) Die Verweſung.(3.) Die gebuͤhrliche Baͤhung.

(1.) Die Einbaͤitzung anbelangend/ ſo iſt dieſelbige nichts anders/ alseine Beſpreng⸗oder Netzung der Stuͤcke/ ſo man diſtillieren will/ in einer ſon-derbaren Bruͤhe oder Feuchte/ damit nemlich die eingebaͤitzete Materi nicht al-lein deſto leichter moͤgediſtillieret werden/ ſondern auch/ daß dieſelbigen deſtoſafftiger verbleiben/ dadurch auch der natuͤrliche Geruch erhalten/ und die Krafftoder Tugend des Krauts des Eingebaͤttzten deſto kraͤfftiger verbleiben moͤge.

Nota. Es ſeynd aber auch etliche Stuͤcke/ die gar keiner Einbaͤttze von-noͤthen haben/ indem es offtermals erfordert wird/ daß

man dieſelbige duͤrr machen muß/ weilen ſie zu viel Feuch-

ke hepſich haben. Andert auch/ daß man dieſelbige nurein

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