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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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898 Claſt XXXvI. Vom Diſtilliren.

--deſſelbigen ein wenig in das Diſtillier⸗Geſchirr/ dann ſonſten/ wann man vielnimmt/ ſoblaͤhet es ſich ſehr auff/ ſo balden es das Feuer empfindet/ und diſtil-lierts in Bal. Mariæ, in laulichter Waͤrme; Das erſte Waſſer/ ſo heruͤber ge-het/ iſt nur die Phlegma oder Feuchte/ ſo im Honig geweſen/ dieſes thut manbeyſeits/ und verwahret es zum Gebrauch. Dieſes Waſſer dienet/ die Haarlangwachſend zu machen/ und daſſelbige zu faͤrben.

2. Alsdann ſtaͤrcket man das Feuer/ ſo ſiehet man ein ſchoͤn GoldgelbesWaſſer heruͤber kommen. Dieſes verwahret man alsdann auch in einem an-dern Geſchirr. Dieſes dienet abſonderlich in der Wund⸗Artzne/ und heilet alletieffe Wunden. b

3. Ferner foͤhret man mit der Diſtillationfort/ und kommt ein anderroͤther gefaͤrbt Waſſer /als das vorige geweſen/ und iſt auch zaͤher/ als dieſelbi-gen/ und mag man dieſes das Honig⸗Oel ſeyn laſſen.

Wann man dieſes recht machen will/ ſo mag man/ an ſtatt deß war-men Seeſt n warme Aſche oder Sand nehmen/ und das Diſtillier-Geſchirr/ biß an das Mundloch/ darein ſetzen/ alſo daß zwiſchen dem Geſchirrund dem Feuer zween oder drey Daumen oder Zoll breit Platz oder Spaciumuͤbrig verbleibe/ und muß alsdann das Feuer ſtaͤrcker als zuvor gemacht wer-

den.V. Von Milch.

Milch wird diſtilliert wie das Aqva Vuæ, und dienet das Diſtillierte wi-der die Gelbſucht und viertaoͤgliche Fieber/ inſonderheit wann die Milch in glei-cher Maaß Weinsdiſtillitret worden.

Diſtillierte Geiß⸗Milch/ wird gebraucht zu dem Nieren⸗und Blaſen-Geſchwaͤhr/ ſolche darmit zu reinigen; inſonderheit wann man die Geiß mitPimpinellen geſpri et hat.

vI. Dom Menſchen⸗Blut.

Feſe er zudiſtillieren/ muß man nachfolgender Geſtalt darmitprocediren.

Man nimt von einem zwautzig⸗jaͤhrigen wolgeſetzten jungen Mann dasBlut/ diſtilliert daſſelbige und gebrauchts den Schwindſuͤchtigen und Poda-gramiſchen Perſonen. Weil manaber in der Artzney⸗Kunſt andere bewaͤhrteMittel/ als daß man dieſesdiſtillierte Menſchen⸗Blut/ wegen vielerley Urſa-chen/ nicht wol ohne Aergernuͤß gebrauchen kan/ alſo gehen wir ſolches hiermitbillig vorbey /üͤberlaſſens andern/ ſo ein mehrers darvon wiſſen/ zu derſelbigenPerantwortung und Bedenckenſtehen.

VII. Dom Bocks⸗Blut.

Das Bocks⸗Blut wird nachfolgender Geltalt diſtilliert: Voneinem

jun-