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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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9380 Claſſ XXXVIII. Vonder Haus⸗Artzney ins gemein.die leſcht verdaͤuliche Sptiſen/ ſo ſich bald auf den Boden des Magens hinabbegeben/ wie gleichfalls die zarte/ wannſie amletzten/ und nach den andernwer-den genoſſen/ auf denſ elbigen ſchwimmen/ und ſie mit ſich verderben.

Solche leicht verdaͤuliche Speiſen aber/ werdenaus dem leichten Ver-kaͤuen/ und wann ſie ſich bey dem Feuer bald laſſen kochen/ am allerbeſten r-kennet: ſollen demnach den andern und unverdaͤulichen in dem Eſſen allezeitvorgehen. G b

Wann gebratene und geſottene Speiſen zugleich zugegen/ ſolle man beyden geſottenen/ als welche leüchtlich zu verdaͤuen/ den Anfang machen/ wil-ches dann von den weichen Eyern und Milchſpeiſen gleicher maſſen zu ver-

ehen iſt. b8 Manſolle aber allezeit n Acht nehmen/ daß man die leicht verdaͤnlichtSpeiſen vor den unverdaͤulichen/ die feuchten vor den trockenen/ die weichtoder flieſſende vor den harten/ und die ſchluͤpfferige vor den zuſammenziehen-den oder verſtopffenden/ genieſſe.

Nota. Dieſeseglles iſt allein von den geſunden und wol diſponirten

. Maͤgen zu verſtehen..

6. Die Zeit und Stunde der Mahlzeiten betreffend: Soiſt ſolcheam beſten/ wann der Magen von den vorigen Speiſen wider leeriſt: Wiegleichfalls auch am Morgen/ ehe der aͤuſſerliche Lufft erhitzet; wiederum amAbend/ wann der Lufft ſeine Hitze anfaͤngt zuverlieren. Jedoch mit dem Be-ding/ daß keine Mahlzeit che/ dann acht Stunde auf die andere folge/ oderman hitzigen Appetit zu eſſen hat.

Die Zeiten des Jahrs betreffend/ ſo iſſetder Menſch im Winter/ als ei-ner kalten und feuchten Zeit/ am allermeiſten/ welches ihme dann erlaubt iſt/pflegt aber am wenigſten zu trincken/ und ſolle man ſich derowegen eines gutenſtarcken Weins(wofern man ſolchen haben kan) befleiſſigen.

Im Fruͤhling ſolle man etwas wenigers eſſen/ als im Winter/ hergegenaber reichlicher trincken.

Im Herbſt ſolle man gleichfalls etwas mehrers/ als im Sommer/ eſſen/hergegen am Trincken abbrechen.

Ob man zu Mittags oder zu Nachts am meiſten eſſen ſolle/ ſeynd etlicheunterſchiedlicher Meinungen/ und kan man in dieſem Fall keine gewiſſe Regelſetzen/ indeme man auf den Unterſchied der Perſonen/ als auch deroſelben Ge-legenheit/ Amt/ Verrichtungen und Gewonheit zu ſechenhat. Dann diejenige/ ſo des Tags groſſe und ſchwere Arbeiten verrichten muͤſſen/ eſſen zu-gleich des Mittags ſo viel als zu Nachts/ welches zwar die Streitfrage nichtiſt; ſo ſollen jedoch die jenige/ ſo zu Mittags und Abends eſſen/ die Speiſenin drey Theil abtheilen/ nemlich/ ſie ſollen des Mittags zweymahl ngha 9

Nochts/