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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſt XXXVIII. Von der Haus⸗Artzney ins gemein. 9

ſat man demnach in ſolchen Faͤllen ſich nach eines erfahrmen guten Artz esRath zu richten/ und denſelbigen zu folgen.

1. Gallfuchtigen Leuten bekommt das Schwitzen nicht wol/ wegen Zer-theilung der groſſen Hitze/ ſo in denſelbigen iſt.

2. Matte Perſonen/ ſo nicht viel Kraͤffte haben/ ſollen das Schwitzenmeiden; Dann ſie werden ſonſten durch das Schwitzen noch matter.

3. Wer durch Schwitzen die Feuchtigkeit aus dem Magen/ Gedaͤrm/und der Muttertreiben will/ thut thoͤricht und nicht wol.

4. Die Feuchtigkeit/ ſodurch das Schwitzen ſolle außgefuͤhret werden/muß entweder von Natur duͤnn ſeyn/ oder erſtlich duͤnn gemacht werden.

F. Der Leib muß erſtlich vor allen Dingen purgieret werden/ ehe manſchwitzen will.

6. Bey Fluͤſſen/ Schlag Lenden und Glieder⸗Wehe/ auch andern altenund kalten Kranckheiten/ ſo iſt das Schwitzen gut..

7. In Peſtilentziſchen und gifftigen Fieberniſt das Schwitzen ebenmaͤſſiggut/ und hat man weder auf die Kranckheit/ noch auf die Kraͤffte des Patien-ten ſo genau nicht zu ſehen. 1

8. Wo viel Fuchtigkeit im Leibeiſt/ da muß man nicht mit dem Schwi-tzen zu ſtarck treiben ſonſten gehet die Feuchtigkeit auf einmal zu ſtarck heraus/verſtopffet die Poros, oder Schweiß⸗Loͤcher der Haut/ und verurſacht/ odervermehret daſelbſten eine Faͤulung. e

II. Die Zeit der Artzneyen/ ſo den Schweiß befoͤrdern/ ſollen in hitzigenZeichen/ als im Widder- und Schuͤtzen. genommen werden; Dann da-mals die Schweiß⸗Loͤcher offen ſtehen.

2. Im Stier v. Jungfrau ne. und Steinbock. als kalten undtrocke-nen Zeichen/ werden die Schweiß⸗Loͤcher zugeſchloſſen; Wird derowegen dieArtzney zum Schwitzen in ſolcher Zeit unnuͤtzlich gebrauchet⸗ 8

Ill. Die Schweiß⸗treibende Artzneyen ſeynd gemeiniglich Getraͤncke/und werden dieſelbige von einem verſtaͤndigen Arrzt/ nach Beſchaffenheit derPerſonen und Kranckheiten/ verordnet. Wie aber dieſelbige præpariretund zugerichtet/ in unterſchiedlichen Nothfaͤllen zu gebrauchen ſeyen/ wird derHauß Vartter nachfolgendes in unſerer Hauß⸗Apotheck und Beſchreibungder Artzneyen/ an ſeinem Ort ferner Nachricht finden und zu ſchen haben.

IV. Nach dem Schweiß hat 1 erſilich ſich mit warmen Tuͤ-chern abzutrocknen/ inein ander ſaubers Bett/ nach deſſem Umſtand und Gele-genheit/ zu legen/ und die kalt Lufft zu meiden/ ein wenig darrauf zu ruhen/ nach-gehends/ wann es die Kranckheit/ oder der Zuſtand/ leidten will/ mit einem inWein geweichten und geroͤſten weiſſen Brod und Triſſemy zu erquicken.

Eee eee iij Nota,