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Friedrich der Große.
schaft wurden prahlerisch dargelegt. Die Verhandlungen überGeschichte und Literatur waren oft höchlich interessant. Aberdie Ungereimtheit aller unter Menschen bekannten Religionenwar das Hanplthcma des Gesprächs, und die Kühnheit, mitwelcher in der ganzen Christenheit verehrte Lehren und Namenbei diesen Gelegenheiten behandelt wurden, machte selbst Per-sonen betroffen, die an die Gesellschaft französischer und engli-scher Freidenker gewöhnt waren. Wirkliche Freiheit jedoch oderwirkliche Zuneigung waren in dieser glänzenden Gesellschaftnicht zu finden. Unumschränkte Könige haben selten Freunde,und Fricdrich's Fehler waren von der Art, wie sie, selbst wo voll-kommene Gleichheit besteht, Freundschaft höchst unsicher machen.Er besaß zwar manche Eigenschaften, die bei der ersten Bekannt-schaft einnehmend waren. Seine Unterhaltung war lebendig:seine Manieren waren gegen Solche, denen er zugefallen wünschte,selbst liebkosend. Niemand gelang es vollständiger, Denen, diesich ihm näherten, unbestimmte Hoffnungen auf irgend einengroßen, von seiner Gute zu erwartenden Vortheil einzustoßen.Aber unter dieser schönen Außenseite war er ein Tyrann, arg-wöhnisch, geringschätzig und böswillig. Er hatte eine Liebha-berei, die man bei einem Knaben verzeihen kann, die aber, wennein Mann von reifem Alter und kräftigem Verstände ihr gewohn-heitsmäßig und mit Vorbedacht stöhnt, fast unveränderlich dasZeichen eines schlechten Herzens ist, eine Liebhaberei für ver-letzende, thätliche Späße. Wenn ein Hofmann sich gern putzte,so wurde Ocl über seinen reichsten Anzug geschüttet. Wenn erdas Geld liebte, so wurde irgend ein Streich erfunden, um ihnmehr ausgeben zu machen, als er entbehren konnte. Wenn erein Hypochonder war, so brachte man ihn zu dem Glauben, daßer die Wassersucht habe. Wenn er sein Herz ganz besondersdarauf gesetzt hatte, einen Ort zu besuchen, so wurde ein Brief