Band 
Fünfter Band.
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Friedrich der Große.

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geschmiedet, der ihn abschrecken sollte, dahin zu gehen. Mankann sagen, daß diese Dinge Possen sind. Sie sind es; abersie sind nicht zu verkennende Anzeichen einer Natur, der der An-blick menschlichen Leidens und menschlicher Herabwürdigungeine angenehme Ausregung bereitet.

Friedrich hatte ein scharfes Auge für die Schwächen An-derer und liebte es, seine Entdeckungen mitzutheilen. Er be-saß einiges Talent zum SarkasmuS und beträchtliche Geschick-lichkcit, die wunden Stellen zu entdecken, wo der SarkasmuS amschärfsten empfunden werden würde. Seine Eitelkeit sowohl,wie seine Bosheit, fanden in dem Acrger und der VerwirrungDerer, die unter seinen kaustischen Späßen litten, Befriedigung.Gleichwohl hatte an seinem Erfolge bei diesen Gelegenheiten derKönig ganz ebensoviel Antheil, wie der Witzling. Wir lesen,daß Commodus, mit dem Schwerte in der Hand, gegen einenunglücklichen, nur mit einem bleiernen Rappier bewehrten Gla-diator, in die Arena hinabstieg und, nachdem er das Blut deshilflosen Opfers vergossen, Denkmünzen prägen ließ, den un-rühmlichen Sieg zu feiern. Die Triumphe Friedrichs in demKriege des Witzgcfcchts waren von sehr derselben Art. Wie manmit ihm umgehen solle, war die verwirrendste der Fragen. Inseiner Gegenwart gezwungen zu erscheinen, hieß seinen Befehlenungehorsam sein und sein Vergnügen verderben. Gleichwohlwenn seine Gefährten durch sein gnädiges Wesen verlockt wur-den , sich der llngenirthcit herzlicher Vertraulichkeit hinzugeben,so machte er sie sicherlich durch irgend eine grausame Demüthi-gung ihre Anmaßung bereuen. Seine Beleidigungen mit Em-pfindlichkeit aufzunehmen, war gefährlich; gleichwohl hieß, sienicht mit Empfindlichkeit aufzunehmen, sie verdienen und her-ausfordern. Nach seiner Ansicht waren Die, welche sich auf-lehnten, unverschämt und undankbar; Die, welche sich fügten,v. 4