Band 
Fünfter Band.
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Friedrich der Große.

Akakia. Er zeigte das kleine Schristchcn Friedrich, der zuvielGeschmack und zuviel Bosheit besaß, um sich an so köstlichemWitz nicht zu ergötzen. In Wahrheit, selbst bis zur heutigenZeit, ist es für Niemand, der den geringsten Sinn für das Lä-cherliche hat, leicht, die Späße mit der lateinischen Stadt, denPatagonicrn und dem Loch bis zum Mittelpunkt der Erde zulesen, ohne zu lachen, bis ihm die Thränen aus den Augen kom-men. Doch wenn auch Friedrich durch diese ergötzliche Pas-quinadc unterhalten ward, so wollte er doch nicht, daß sie her-umkomme. Seine Selbstliebe war betheiligt. Er hatte Mau-pertnis gewählt, den Vorsitz in seiner Akademie zu führen.Wenn ganz Europa dahin gebracht ward, über Manpertuis zulachen, würde da nicht der Ruf der Akademie, würde nicht selbstdie Würde ihres königlichen Gönners in gewissem Maße com-promittirt werden? Der König bat daher Voltaire, diese Ar-beit zu unterdrücken. Voltaire versprach, es zu thun, und brachsein Wort. Die Diatribe wurde veröffentlicht, und von Allen,die die französische Sprache lesen konnten, mit Jubelrufcn derLust und des Beifalls aufgenommen. Der König tobte. Vol-taire behauptete, mit seiner gewöhnlichen Misachtnng der Wahr-heit, seine Unschuld, und setzte irgend eine Lüge über einenDrucker oder einen Amanucnsis zusammen. Der König ließ sichnicht damit täuschen. Er befahl, das Pamphlet durch den ge-meinen Henker verbrennen zu lassen, und bestand darauf, einein den niedrigsten Ausdrücken abgefaßte Entschuldigung vonVoltaire zu bekommen. Voltaire schickte dem König sein Kreuz,seinen Schlüssel und das Pensionspatent zurück. Nach diesemAusbruch der Wuth fing das seltsame Paar an, sich seiner Hef-tigkeit zu schämen, und machte die Formen einer Aussöhnungdurch. Doch der Bruch war nicht herzustellen, und Voltairenahm von Friedrich für immer Abschied. Sie schieden mit kal-