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Friedrich der Große.
stimmungen geschwächt waren, Stand gehalten. Aber so kleinwie Friedrichs Königreich war, so enthielt es doch wahr-scheinlich eine größere Anzahl misvergnügter Unterthanen, alsin den ganzen Staaten seiner Feinde zu finden waren. Schle-sien bildete ein Vicrtheil seiner Gebiete, und von den, unter öster-reichischen Fürsten gebornen Schlcsiern war das Aeußerste, daser erwarten konnte, Gleichgiltigkeit. Von den schlefischen Ka-tholiken konnte er kaum etwas Anderes erwarten, als Wi-derstand.
Einige Staaten sind durch ihre geographische Lage in denStand gesetzt worden, sich mit Vortheil gegen ungeheure Machtzu vertheidigen. Das Meer hat England wiederholt gegen dieWuth des ganzen Contincntes beschützt. Die venetianische Re-gierung, aus ihren Besitzungen auf dem Lande vertrieben, konnteaus dem Arsenale inmitten der Lagunen den Verbündeten vonCambrah immer noch Trotz bieten. Mehr als Ein großes undwohlgerüstetes Heer, das die Hirten der Schweiz als eine leichteBeute betrachtete, ist in den Pässen der Alpen zu Grunde ge-gangen. Friedrich besaß keinen solchen Vortheil. Die Gestaltseiner Staaten, ihre Lage, die Natur des Bodens, alles wargegen ihn. Sein langes, verstreutes, umherliegendes Gebietschien mit einer ausdrücklichen Rücksicht aus bie Bequemlichkeitder Angreifenden geformt worden zu sein, und war durch keinMeer, durch keine Bergkette geschützt. Kaum irgend ein Win-kel desselben lag über einen Tagesmarsch von dem Gebiete desFeindes. Die Hauptstadt selbst mußte, im Falle des Krieges,fortwährend einer Mishandlung ausgesetzt sein. In Wahrheit,es gab kaum einen Politiker oder einen Soldaten in Europa,der gezweifelt hätte, daß der Kampf in sehr wenig Tagen durchdie Niederwerfung des Hauses Brandenburg beendigt werdenwürde.