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Friedrich der Große.
Englands zu werden. Er konnte zwar nicht erwarten, daßeine Macht, die das Meer mit ihren Flotten bedeckte, und diezugleich am Ohio und am Ganges Krieg zu führen hatte, imStande sein würde, eine große Truppenzahl zu militairischenOperationen in Deutschland übrig zu haben. Aber England,obgleich arm im Vergleich mit dem England unserer Zeit, warweit reicher, als irgend ein Land aus dem Continent. DerBetrag seines Einkommens und die Hilfsquellen, die es in sei-nem Credit fand, mögen zwar von einer Generation, die es ineinem einzigen Jahre 130 Millionen aufbringen gesehen, fürklein gehalten werden, erschienen aber den Politikern jenesZeitalters wunderbar. Ein sehr mäßiger Theil seines Reich-thums, von einem geschickten und wirthschaftlichen Fürsten ineinem Lande angewendet, wo die Preise niedrig waren, mußtehinreichend sein, ein furchtbares Heer auszurüsten und zuerhalten.
So war die Lage, in der sich Friedrich fand. Er sah denganzen Umfang der Gefahr. Er sah, daß es »och eine schwacheMöglichkeit der Rettung gab, und mit kluger Verwegenheit ent-schloß er sich, den ersten Schlag zu führen. Es war im Mo-nat August 1756, als der große siebenjährige Krieg begann.Der König verlangte von der Kaiserin-Königin eine bestimmteErklärung ihrer Absichten, und sagte ihr offen, daß er eineWeigerung als eine Kriegserklärung betrachten werde. „Ichbrauche" sagte er, „keine Antwort im Orakeltone." Er erhielteine zugleich stolze und ausweichende Antwort. In einemAugenblicke war das Kurfürstenthum Sachsen von 60,000Mann preußischer Truppen überschwemmt. August mit seinerArmee nahm eine starke Stellung bei Pirna ein. Die Königinvon Polen war zu Dresden. In wenig Tagen war Pirnablockirt und Dresden genommen. Friedrich's erstes Ziel war,