Band 
Fünfter Band.
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Friedrich der Große.

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die sächsischen Staatsactenstücke in seinen Besitz zu bekommen,denn er wußte wohl, daß diese Papiere reichliche Beweise ent-hielten, daß er, wiewohl anscheinend der Angreifer, in derWirklichkeit in Sclbstvertheidigung handelte. Die Königinvon Polen, ebensogut, wie Friedrich, mit der Wichtigkeit dieserPapiere bekannt, hatte sie zusammengepackt, hatte sie in ihremSchlafzimmer verborgen, und war im Begriff, sie nach Warschauabzuschicken, als ein preußischer Officier sich einstellte. In derHoffnung, daß kein Soldat es wagen würde, eine Dame, eineKönigin, die Tochter eines Kaisers, die Schwiegermutter einesDauphins, zu beleidigen, stellte sie sich selbst vor den Koffer undsetzte sich zuletzt darauf nieder. Doch aller Widerstand warumsonst. Die Papiere wurde» zu Friedrich gebracht, der darin,wie er erwartete, überreichlichen Beweis der Absichten der Coa-lition fand. Die wichtigsten Actenstücke wurden sofort ver-öffentlicht , und der Eindruck der Veröffentlichung war groß.Es war klar, daß, welcherlei Sünden der König von Preußenauch früherhin sich schuldig gemacht haben mochte, er jetzt dieverletzte Partei war und bloß einem Schlage zuvorgekommenwar, der ihn zu verderben bezweckte.

Das sächsische Lager bei Pirna war inzwischen eng einge-schlossen worden, aber die Besiegten waren nicht ohne Hoffnun-gen auf Entsatz. Eine große österreichische Armee unter Mar-schall Brown war in Begriff, durch die Paffe zu dringen, welcheBöhmen von Sachsen trennen. Friedrich ließ bei Pirna eineden Sachsen gegenüber ausreichende Macht, eilte nach Böhmen,griff Brown bei Lowositz an und schlug ihn. Diese Schlachtentschied das Schicksal Sachsens. August und sein GünstlingBrühl flohen nach Polen. Die ganze Armee des Kurfürsten-thums capitulirte. Von dieser Zeit an bis zum Ende des Kriegesbehandelte Friedrich Sachsen wie einen Theil seiner Gebiete,