Band 
Fünfter Band.
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Friedrich der Große.

zu dieser Zeit seine Mutter, und er scheint den Verlust mehrempfunden zu haben, als von der Härte und Schärfe seinesCharakters zu erwarten war. I» Wahrheit, seine Misgcschickehatten jetzt in's Innerste getroffen. Der Spötter, der Tyrann,der strengste, der herrischste, der cynischstc der Menschen warsehr unglücklich. Sein Schlaf war unruhig; wider seinenWillen kamen ihm oftmals die Thränen in die Auge», und dasGrab begann, sich seinem beunruhigten Geiste als die beste Zu-flucht vor Elend und Schande darzustellen. Sein Entschlußstand fest, niemals lebendig ergriffe» zu werden, und niemalsunter der Bedingung eines Hcrabsteigcns von seiner Stelle unterden Mächten Europas Frieden zu schließen. Er sah sich nichtsgelassen, als zu sterben, und er wählte mit Vorbedacht seineTodcsart. Er führte stets ein sichres und schnelles Gift in einemkleinen Glasfläschchcu bei sich, und für die Wenigen, denener Vertrauen schenkte, machte er kein Geheimniß aus diesemEntschlüsse.

Doch wir würden den Gemüthszustand Friedrichs sehrunvollkommen schildern, wenn wir die lachcnswerthcn Eigen-thümlichkeiten außer Augen ließen, die so absonderlich mit demErnste, der Energie und Scharfe seines Charakters contrastir-teu. Es ist schwer, zu sagen, ob das Tragische oder das Ko-mische in der seltsamen Scene vorherrschte, die damals spielte.Inmitten all der Unfälle des großen Königs wurde seine Pas-sion, unbedeutende Verse zu schreiben, stärker und stärker.Rings um ihn Feinde, Verzweiflung in seinem Herzen, Pillenätzenden Sublimats in seinen Kleidern vcrstcckthaltend, ergoßer Hunderte über Hunderte von Zeilen, voll Haß gegen Götterund Menschen, die schalen Hefen von Voltaire's Hippokrenc,das schwache Echo der Lyra Chaulicu's. Es ist ergötzlich, das,was er während der letzten Monate des Jahres 1757 that, mit