Friedrich der Gwße.
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sen Hauptauszeichnung aus seinem Erfolge in galanten Händelnstammte. Richelieu war in Wahrheit der Vorragcndste jenesGeschlechts von berufsmäßigen Verführern, welches dem jün-geren Crcbillon und La Clos die Muster ihrer Helden gelieferthat. In seinen früheren Tagen war das königliche Haus selbstnicht dor seiner vermessenen Liebe sicher gewesen. Man glaubtevon ihm, daß er seine Eroberungen in die Familie Orlcans er-streckt habe, und Einige argwöhnten, daß er bei der gcheimniß-vollen Reue, welche die letzten Stunden der reizenden MutterLudwig's XV. verbitterte, nicht unbethciligt gewesen sei. Dochder Herzog war jetzt sechszig Jahre alt. Mit einem durch La-ster tief verderbten Herzen, einem lange nur an Nichtigkeiten zudenken gewohnten Kopfe, einer geschwächten Gesundheit, einemverringerten Vermögen und, das Schlimmste von allem, einersehr rothen Nase, nahte er einem langweiligen, frivolen und un-geachtcten Greisenalter. Ohne irgend eine Befähigung zu mi-litairischem Kommando, mit Ausnahme jenes persönlichen Mu-thes, den er mit dem ganzen französischen Adel theilte, war eran die Spitze der Armee von Hannover gestellt worden, und indieser Stellung that er sein Möglichstes, durch Erpressung undBestechung den Schaden gutzumachen, den er, durch ein Lebenzügelloser Verschwendung, seinem Vermögen zugefügt hatte.
Der Herzog von Richelieu haßte bis an das Ende seinesLebens die Philosophen als Seele, nicht wegen derjenigen Theileihres Systems, die ein guter und weiser Mensch verurtheilthaben würde, sondern wegen ihrer Tugenden, wegen ihres Gei-stes der freien Untersuchung, und wegen ihres Haffes gegen die-jenigen gesellschaftlichen Misbräuche, die sich in seiner Personverkörpert darstellten. Aber, wie Viele von Denen, die mit ihmgleich dachten, nahm er Voltaire von der Liste der geächtetenSchriftsteller aus. Er schickte häufig schmeichelnde Briefe nach