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Friedrich der Große.
Ferneh. Er crzc/igte dem Patriarchen die Ehre, Geld von ihmzu borgen, und trieb diese herablassende Freundschaft selbst soweit, das Zinscnzahlcn zu vergessen. Voltaire glaubte, es könnein seiner Gewalt stehen, den Herzog und den König von Preu-ßen in Verbindung mit einander zu bringen. Er schrieb ernst-lich an Beide, und es gelang ihm insoweit, daß ein Briefwech-sel zwischen ihnen begonnen ward.
Doch ganz andere Mittel waren es, denen Friedrich seineRettung verdankte. Zn Anfange des Novembers schien das Netzsich vollständig rings um ihu geschlossen zu haben. Die Russenwaren im Felde und verbreiteten Verwüstung über seine östlichenProvinzen. Schlesien ward von den Ocstcrreichcrn überzogen.Eine große französische Armee rückte von Westen, unter demBefehle des Marschalls Soubise, eines Prinzen aus dem großenbretagnischcn Hause Rohan, heran. Berlin selbst war von denKroaten genommen und geplündert worden. So war die Lage,aus der sich Friedrich, in der kurzen Frist von dreißig Tagen,mit blendendem Ruhme herauszog.
Er marschirte zuerst gegen Soubise. Am 5. Novembertrafen sich die Armeen bei Noßbach. Die Franzosen warenzwei gegen einen; aber sie waren schlecht disciplinirt und ihrGeneral war ein Schwachkopf. Die Taktik Friedrich's und dergutgercgeltc Muth der preußischen Truppen erlangten einen voll-ständigen Sieg. 7000 der Eingcdrungenen wurden zu Gefan-genen gemacht. Ihre Geschütze, ihre Fahnen, ihr Gepäck, fielenin die Hände der Sieger. Die, welche entkamen, flohen so ver-wirrt, wie ein durch Reiterei zerstreuter Pöbelhaufen. Siegreichim Westen, wendete der König seine Waffen aus Schlesien.Auf dieser Seite schien alles verloren zu sein. Brcslau wargefallen und Karl von Lothringen, mit einer gewaltigen Macht,hatte die ganze Provinz inne. Am 5. December, genau einen