Band 
Fünfter Band.
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Friedrich der Große.

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zu Straße genommen werden würde. In dieser Lage der Dingekam die Nachricht, daß Friedrich, nachdem er Schlesien von sei-nen Feinden gereinigt, mit Eilmärschen nach Sachsen zurück-kehre. Dauu verließ seine Stellung vor Dresden und kehrtein die österreichischen Gebiete zurück. Der König hielt überTrümmerhaufen seinen triumphircndcn Einzug in die unglück-liche Hauptstadt, die so grausam die schwache und treulose Po-litik ihres Souvcrains gebüßt hatte. Es war jetzt der 20. No-vember. Das kalte Wetter unterbrach die militairischcn Opera-tionen , und der König schlug seine Winterquartiere wieder zuBreSlau auf.

Das dritte der sieben furchtbaren Jahre war vorüber, undFriedrich hielt immer noch Stand. Er war neuerdings ebensodurch häusliche, wie durch kriegerische Unfälle geprüft worden.Am l4. Octobcr, dem Tage, wo er bei Hochkirch geschlagenward, dem Tage, bei dessen Wiederkehr, 48 Jahre später, eineweit schrecklichere Niederlage die preußische Monarchie in denStaub warf, starb Wilhclmine, Markgräfin von Baireuth.Nach den Berichten, die wir über sie, von ihrer eignen Handund von der Hand ihrer scharfsichtigsten Zeitgenossen, besitzen,möchten wir von ihr sagen, daß sie roh, unzart und stark imHassen, aber gütiger und hochherziger Gefühle nicht ermangelndgewesen sei. Ihr von Natur kräftiger und beobachtender Geistwar sehr ausgebildet worden, und sie war Friedrichs Lieblings-schwester und verdiente, es zu sein. Er empfand den Verlustso tief, als er überhaupt, nach seiner Eisennatur, irgend einenVerlust, außer dem einer Provinz oder einer Schlacht, empfindenkonnte.

Zu Breslau, während des Winters, war er unermüdlichin seinen poetischen Arbeiten. Vielleicht die geistreichsten Zei-len, die er je geschrieben, sind in einem bitteren Spottgedichtv. 7