114 Mirabeau und die französische Revolution.
und welche gewohnt gewesen sind, M. Dumont als zu ihrerPartei gehörig zu betrachten, haben mit Ueberraschung undVerdruß erfahren, daß er von der französischen Revolution undvon ihren Urhebern mit sehr wenig Achtung spricht. Einigeeifrige Torics haben natürlich große Befriedigung geäußert, wiesie ihre Lehren, in einigen Beziehungen, durch das Zeugnißeines widerstrebenden Zeugen bestätigt sahen. Das Datum derSchrift erklärt, wie wir meinen, alles. Wenn sie zehn Jahrefrüher, oder zwanzig Jahre später geschrieben worden wäre, sowürde sie ganz etwas Anderes geworden sein, als sie ist. Siewurde weder während der ersten Aufregung der Revolution,noch in jener spätern Periode geschrieben, wo das durch dieRevolution erzeugte praktische Gute den vorurtheilsvollstenBeobachtern offenbar geworden war, sondern in jenen unglück-lichen Zeiten, wo die Begeisterung nachgelassen hatte und diereellen Vortheile noch nicht vollständig zu sehen waren. Siewurde im Jahre 1799 geschrieben, einem Jahre, in welchem dersanguinischste Freund der Freiheit wohl einiges Bangen überdie Wirkungen dessen fühlen konnte, was die Nationalversamm-lung gethan hatte. Die Uebel, welche jeden großen Wechselbegleiten, waren bitter empfunden worden. Die Wohlthatsollte erst noch kommen. Der Preis — ein schwerer Preis —war bezahlt worden. Das dafür Erkaufte war noch nicht aus-gehändigt worden. Europa wimmelte von französischen Ver-bannten. Die Flotten und Heere der zweiten Coalition warensiegreich. Innerhalb Frankreichs war die Schreckensherrschaftvorüber; aber die Herrschaft des Gesetzes hatte noch nicht be-gonnen. Es hatte zwar drei oder vier Jahre lang eine geschrie-bene Verfassung gegeben, durch welche Rechte erklärt und Schran-ken gezogen waren. Aber diese Rechte waren wiederholt ver-letzt worden, und diese Schranken hatten sich gänzlich unwirksam