Band 
Fünfter Band.
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125
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Mirabeau und die französische Revolution. 125

sein Despotismus fügten. Er scheiterte in seinem ruchlosenVersuche. Er hing von der Gnade Derer ab, die er verletzthatte. Das Pflaster von Paris war noch zu Barricadcn auf-gehäuft; die Hospitäler waren noch voll von Verwundeten; dieTodten waren noch unbegrabcn; tausend Familien waren inTrauer; hunderttausend Bürger waren unter Waffen. DasVerbrechen war neu; das Leben des Verbrechers war in denHänden der Beschwerten, und sie rührten kein Haar seinesHauptes an. In der ersten Revolution wurden Opfer zu Zwan-zigen, für die geringfügigsten, nach dem schwächsten Zeugniß,vor den parteiischsten Gerichtshöfen erwiesenen Handlungenzum Tode gesendet. Nach der zweiten Revolution wurden jeneMinister, die die Ordonnanzen unterzeichnet hatten, jene Mini-ster, deren Schuld, wie sie der schnödesten Art war, durch denklarsten Beweis dargcthan ward, nur mit Gefängniß bestraft.In der ersten Revolution wurde Eigenthum angegriffen. Inder zweiten wurde es heilig gehalten. Es ist wahr, beide Re-volutionen ließen den französischen Volksgeist in einem unge-regelten Zustande zurück. Beiden Revolutionen folgten auf-ständische Bewegungen. Aber nach der ersten Revolution wa-ren die Aufständischen fast inimcr stärker, als das Gesetz, undseit der zweiten Revolution ist das Gesetz unveränderlich stärkerbefunden worden, als die Aufständischen. Es giebt zwar Vielin dem gegenwärtigen Zustande Frankreichs, das wohl die Un-ruhe Derer erregen mag, die es frei, glücklich, machtvoll undsicher zu sehen wünschen. Wenn wir aber den gegenwärtigenZustand Frankreichs mit dem Zustande vergleichen, in dem essich vor vierzig Jahren befand, welche große Aenderung ist daeingetreten! Wie wenig Eindruck z. B. würde, während derersten Revolution, das Urtheil einer richterlichen Corporationauf eine bewaffnete und siegreiche Partei gemacht haben. Wenn