Band 
Fünfter Band.
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136 Mirabeau und die französische Revolution-

rechtigkeit widerfahren, der sich nicht beständig erinnert, daß derTelcmach in einer Zeit und einer Nationi geschrieben wurde, inwelcher kühne und unabhängige Denker betroffen wurden, wennsie hörten, daß zwanzig Millionen menschliche Wesen nicht zurBefriedigung Eines dawären. Jene Schrift wird gemeiniglichals ein Schulbuch betrachtet, sehr geeignet für Kinder, weil ihrStyl leicht und ihre Moral tadellos ist, aber unwcrth der Be-achtung von Staatsmännern und Philosophen. Wenn wiruns nicht höchlich irren, so können wir in ihr das erste schwacheDämmern cincS langen und glänzenden Tages geistigen Lichteserkennen, das dunkle Versprechen einer großen Befreiung, denunentwickelten Keim der Charte und des Code.

Welche mächtige Interessen waren auf das Leben des Her-zogs von Burgund gestellt! und welch anderes Aussehen möchtedie Geschichte Frankreichs getragen haben, wenn er daS Alterseines Großvaters, oder seines Sohnes erreicht hatte, wenn esihm vergönnt gewesen wäre, zu zeigen, wie viel für die Mensch-heit durch die höchste Tugend in der höchsten Glückslage gethanwerden kann! Es giebt kaum etwas Merkwürdigeres in derGeschichte, als die Schilderungen, die uns von jenem außeror-dentlichen Menschen geblieben sind. Das heftige und ungestümeTemperament, das er in früher Jugend zeigte, die vollständigeAenderung, die eine einsichtsvolle Erziehung in seinem Charakterhervorbrachte, seine glühende Frömmigkeit, seine reiche Güte, dieStrenge, mit der er sich selbst beurtheilte, die Libcralitär, mitder er Lindere beurtheilte, die Festigkeit, mit der er allein in demganzen Hofe sich gegen dieBefehleLudwig's erhob, wenn ein re-ligiöser Scrupcl im Spiele war, die Liebe, mit der er allein indem ganzen Hofe den ausschweifenden Orleans gegen Verläum-der vertheidigte, seine großen Entwürfe für das Beste des Vol-kes, seine Thätigkeit im Geschäft, sein Sinn für Literatur, seine