Band 
Fünfter Band.
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148
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148 Mirabeau und die französische Revolution.

verloren. Selbst Murray und Karl Townshend, wiewohl gei-stig Chatham nicht nachstehend, wurden stets durch ihn einge-schüchtert. In derselben Weise wich Barnave, wiewohl der besteDebatter in der Nationalversammlung, vor der Energie Mira-beau's. Die Menschen sind, außer in schlechten Romanen,nicht ganz gut oder ganz böse. Es kann kaum geläugnet wer-den, daß die Tugend Lord Chatham's ein wenig theatralischwar. Auf der anderen Seite war in Mirabeau, zwar nicht ir-gend etwas, das den Namen der Tugend verdient hätte, aberjener unvollkommene Stellvertreter der Tugend, der bei fastallen höheren Geistern zu finden.ist, eine Empfänglichkeit fürdas Schöne und das Gute, die sich zuweilen zu aufrichtiger Be-geisterung steigerte, und die, mit dem Verlangen nach Bewun-derung gemischt, zuweilen seinem Charakter einen dem Glänzewahrer Güte ähnelnden Glanz gab, wie der „matt verblicheneGlanz", der noch an dem gefallenen Erzengel zurückgebliebenwar, dem außerordentlichen Glänze jener Geister ähnelte, dieihren ersten Stand bewahrt hatten.

Es finden sich mehrere andere Portraits vorragenderMänner in diesen Memoiren. Das von Sieyes insbesondereund das von Tallcprand sind Meisterstücke, voll Lebens undAusdrucks. Aber nichts in dem Buche hat uns mehr interessirt,als die Ansicht, die M. Dumont uns, prunklos und, wie wirsagen mögen, unbewußt, von seinem eignen Charakter eröffnethat. Die starre Rechtlichkeit, die reiche Milde, die Gunnüthig-keit, die Bescheidenheit, der unabhängige Geist, die feurige Men-schenliebe, die unverstellte Gleichgiltigkeit für Gold und fürRuhm, bilden einen Charakter, der, während er nichts Unnatür-liches hat, sich uns der Vollkommenheit mehr zu nähern scheint,als irgend einer der Grandisons und Allworthhs der Dichtung.Das Werk ist zwar nicht genau ein solches, wie wir vorausgesetzt