Mjrabeau und die französische Mevolution. 147
gute Laune und sein lebendiges Wesen, die AufmerksamkeitVieler, die seinen Charakter verachteten. Wie Wilkes, war erabscheulich häßlich; wie Wilkes, machte er sich über seine eigneHäßlichkeit lustig, und, wie Wilkes, war er, trotz seiner Häß-lichkeit, sehr aufmerksam auf seinen Anzug und sehr glücklich ingalanten Händeln.
In den niedrigeren nnd gröberen Seiten seines CharaktersWilkes gleichend, hatte er in seinen höheren Eigenschaften einigeVerwandtschaft mit Chatham. Seine Beredsamkeit hatte, soweitwir darüber urtheilen können, eine nicht unerhebliche Aehnlich-keit mit der des großen englischen Ministers. In langen, wohl-gesetzten Reden war er nicht vortretend glücklich. Auf der an-deren Seite war er kein sorgfältiger und fertiger Dekatier.Plötzliche Ausbrüche, die die Wirkung einer Eingebung zu seinschienen, kurze Sätze, die wie ein Blitz kamen, blendend, ver-sengend, alles vor sich niederwerfend, Sätze, die, in kritischenAugenblicken gesprochen, das Schicksal großer Fragen entschie-den, Sätze, die mit einmal sprichwörtlich wurden, Sätze, dienoch immer Jedermann auswendig kann, darin hauptsächlichlag die rednerische Gewalt sowohl Chatham's, als Mirabeau's.Es hat weit größere Redner und weit größere Staatsmännergegeben, als Beide waren, aber wir zweifeln, ob irgend wer, inden neueren Zeiten, so großen persönlichen Einfluß auf stürmi-sche und getheilte Versammlungen geübt hat. Die GewaltBeider war ebensosehr moralisch, als geistig. In Betreff wahrerCharakterwürdc, in Betreff privater und öffentlicher Tugendirgend eine Vergleichung zwischen ihnen anzustellen, mag unge-reimt scheinen; aber sie besaßen denselben Stolz und Ungestümdes Wesens. In ihrer Sprachwcise fanden sich ein geringschä-tziges Selbstvertrauen, ein Gebieterisches, eine Heftigkeit derLeidenschaft, vor denen alle gewöhnlichen Geister den Muth