Bertrand Barere.
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Temperaments, es im Zaume hält, und sich zwingt, gewohn-heitsmäßig gegen Diejenigen, die in seiner Gewalt sind, mitGerechtigkeit und Humanität zu verfahren, scheint uns der höch-sten Bewunderung würdig. Es hat Beispiele dieser Selbst-beherrschung gegeben, und sie gehören zu den ausgezeichnetstenTriumphen der Philosophie und Religion. Auf der anderenSeite verdient ein Mensch, der, nachdem er von der Natur miteiner milden Gemüthsrichtung gesegnet worden, sich allmäligdahinbringt, über seine Mitgeschöpfe mit Glcichgilrigkeit, mitBefriedigung, und zuletzt mit einem scheußlichen Entzücken,Elend zu verhängen, als ein Wunder der Verruchtheit betrach-tet zu werden, und ein solcher Mensch war Baröre. Die Ge-schichte seines Fortschritts nach abwärts ist voll des Lehrreichen.Schwäche, Feigheit und Wankelmuth waren ihm angeboren; diebeste Eigenschaft, die er von der Natur empfangen, war ein gut-müthiges Wesen. Es ist wahr, das sind keine vielversprechen-den Materialien; aber aus so wenigversprecheuden Materialienhaben hohe Gesinnungen der Frömmigkeit und der Ehre zuwei-len Märtyrer und Helden gemacht. Strenge Grundsätze leistenoft für schwache Gemüther, was Stützen für schwache Körperleisten. Baröre aber hatte überhaupt keine Grundsätze. SeinCharakter ermangelte ebenso sehr der natürlichen, wie der er-worbenen Stärke. Weder im Verkehr des Lebens, noch inBüchern, haben wir jemals irgend einen so unbeständigen, sogänzlich der Haltung ermangelnden, zu unabhängigem Denkenund ernster Vorliebe so unfähigen, zum Aufnehmen von Ein-drücken so bereiten, und zum Ausgeben derselben so bereitenGeist kennen gelernt. Er glich jenen Kriechpflanzen, die sichan etwas anlehnen müssen und, sobald ihre Stütze entfernt ist,in gänzlicher Hilflosigkeit zu Boden sinken. Er konnte in wasimmer für einer Sache so wenig ausrecht und selbstständig sich