Band 
Fünfter Band.
Seite
164
JPEG-Download
 

164

Bertrand Barere.

waren, und wie einige Besorgniß entstand, ihre Beredsam-keit möge selbst auf das Revolutionstribunal einen Eindruckmachen, Barörc, am 8. Brumaire, einen Antrag auf ein De-cret unterstützte, welches das Tribunal ermächtigte, zu entschei-den, ohne die Vertheidigung auszuhörcn, und für die Wahrheitjedes dieser Punkte, die wir dergestalt versichert haben, berufenwir uns auf ebendenselben Monitcur, auf den fich Baröre zuberufen gewagt hat.*)

Was M. Hippolhte Carnot, indem er wußte, wie erwissen mußte, daß diese Schrift solche Unwahrheiten enthält,wie die, welche wir aists Licht gestellt haben, gemeint habenkann, wenn er sie als einen wcrthvollen Zuwachs zu unsremBesitze geschichtlicher Kenntniß bezeichnete, vermögen wir nicht,zu begreifen. Wenn Jemand sich nicht schämt, über Vorgänge,die vor Hunderten von Zeugen stattfanden und die in wohlbe-kannten und zugänglichen Schriften berichtet sind, Lügen zuerzählen, welchen Glauben können wir seinen» Bericht vonSachen, die im Geheimen geschahen, schenken? Kein Geschicht-schreiber, der sich nicht ausgelacht wissen will, wird jemals dienicht unterstützte Autorität Bareres als hinreichend, irgend-welches Factum zu beweisen, anführen.

Soviel über die Wahrhaftigkeit der Memoiren. Voneinem literarischen Gesichtspunkte aus sind sie unter der Kritik.Sie sind so seicht, geschwätzig und geziert, wie Baröre's Red-nern im Konvente. Sie sind auch, was feine Rednern imConvente nicht »rar, gänzlich schaal. In der That, sie sind diebloßen Hefen und der Bodensatz einer Flasche, deren ersterSchaum schon von sehr zweifelhaftem Geschmack »rar._ ' »>

*) Moniteur, 31. Juli 1793, und Nonidi, erste Decade desBrumaire, im Jahre 2.