Band 
Fünfter Band.
Seite
165
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Bertrand Barere.

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Wir wollen jetzt versuchen, unsere Leser mit einer Lebens-skizze dieses Mannes zu beschenken. Wir werden jedoch natür-lich nur sehr spärlichen Gebrauch von seinen eignen Memoirenmachen, und niemals ohne Mistrauen, außer wo sie durch an-deres Zeugniß bestätigt find.

Bertrand Baröre war im Jahre l 7 55 zu Tarbes in Gas-cogne geboren. Sein Vater war der Eigenthümer eines kleinenGutes zu Vieuzac, in dem schönen Thale von Argelds. Ba-rtzre liebte es immer, Biirßre tc Vituzac genannt zu werden,und schmeichelte sich mit der Hoffnung, mit Hilfe dieses feuda-len Zusatzes zu seinem Namen für einen Edelmann gelten zukönnen. Er wurde für die Barre zu Toulouse, dem Sitze einesder berühmtesten Parlamente des Königreiches, erzogen, prakti-cirte als Advocat mit ansehnlichem Erfolg, und schrieb einigekleine Sachen, die er an die vornehmsten literarischen Socie-täten im südlichen Frankreich schickte. Unter Provinzialstädtenscheint Toulouse bemerkenswerth reich an unbedeutenden Rei-mern und Kritikern gewesen zu sein. Es rühmte sich besondersEiner ehrwürdigen Institution, die Akademie der Blumenspielegenannt. Diese Corporation biclt jedes Jahr eine große Zu-sammenkunft, die ein Gegenstand lebhafter Theilnahme für dieganze Stadt war, und bei welcher goldene und silberne Blumenals Preise für Oden, für Idyllen und für etwas, das man Be-redsamkeit nannte, ausgetheilt wurden. Diese Spenden erzeug-ten natürlich die gewöhnliche Wirkung von Spenden, und ver-wandelten Leute, welche glückliche Advocatcn und nützliche Apo-theker hätten sein können, in kleine Schöngeister und schlechtePoeten. Baröre scheint nichl so glücklich gewesen zu sein,irgend eine dieser kostbaren Blumen zu erlangen; aber eine sei-ner Arbeiten erhielt ehrenvolle Erwähnung. Zu Montaubanwar er glücklicher. Die Akademie dieser Stadt verlieh ihm