Band 
Fünfter Band.
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Bertrand Barere.

worden, ohne eine Revolution hervorzurufen; ebenso kühneLehren sind oftmals aufgestellt worden, ohne eine Revolu-tion hervorzurufen. Die Frage, ob die französische Nationihrem alten Staatswcse» durch die Thorheiten und Laster derBessere und Sultaninncn, von denen sie geplündert und ent-ehrt wurde, oder durch die Schriften Voltaires und Roufseau'sentfremdet ward, scheint uns so müßig, wie die Frage, ob esFeuer oder Schießpulver war, was die Mühlen zu Hounslowin die Luft sprengte. Keine von beiden Ursachen würde alleinausgereicht haben. Tyrannei kann Jahrhunderte dauern, wodie Discussion unterdrückt ist. Regenten, die nach volksmäßi-gen Principien handeln, können die Discussion unbedenklich freilassen. Aber verbindet eine Presse, wie die Londoner, mit einerRegierung, wie die von St. Petersburg, und der unausweich-liche Erfolg wird ei» Ausbruch sein, der die Welt erschütternwird. So war es in Frankreich. Despotismus und Zügellosig-keit, in »»gesegneter Verbindung sich mischend, erzeugten jenemächtige Revolution, in der die Züge beider Eltern seltsam ver-schmolzen sind. Die lange Schwangerschaft war zu Ende, undEuropa sah, mit gemischter Hoffnung und Furcht, jene Todes-kämpfe der Geburtswehen und jene unhcilkündende Geburt.

Unter der Menge der Gesetzgeber, die in dieser Zeitlageaus den ganzen Provinzen Frankreichs nach Paris strömten,machte Baröre keine verächtliche Figur. Die Meinungen, zudenen er sich für den Augenblick bekannte, waren populär, abernicht extrem. Sein Ruf war gut; seine persönlichen Vortheilesollen ansehnlich gewesen sein, und nach dem Portrait, das die-sen Memoiren vorgesetzt ist und das ihn darstellt, wie er imKonvent aussah, möchten wir meinen, daß seine Züge auffallendhübsch gewesen sein müssen, wiewohl wir glauben, Feigheit undGemeinheit sehr leserlich von der Hand Gottes geschrieben in