Band 
Fünfter Band.
Seite
196
JPEG-Download
 

196

Bertrand Barere.

Schrift auf, welche eben die Maßregeln , die auf seinen eignenBetrieb angenommen worden waren, verurthcilte und den Ge-meinsinn der Aufständischen belobte. Ihm Gerechtigkeit wider-fahren zu lassen, so geschah es nicht ohne einige Zeichen vonScham, daß er dieses Aktenstück von der Rcdnerbühnc, von der erso oft ganz andere Gesinnungen geäußert, verlas. Man soll ihnsogar bei einigen Stellen haben errathen sehen. Es mag dem sogewesen sein; er stand noch in seinem Noviziat der Schande.

Einige Tage später schlug er vor, Geißeln für die persön-liche Sicherheit der angeklagten Deputieren in die Departementszu schicken, und erbot sich, selbst einer von diesen Geißeln zusein. Auch zweifeln wir nicht im Geringsten, daß das Erbietenaufrichtig war. Wir glauben fest, daß er sich zu Bordeauroder Marseille viel sicherer gedünkt haben würde, als zu Paris.Sein Vorschlag wurde jedoch nicht in's Werk gesetzt, und erblieb in der Gewalt des siegreichen Berges.

Das war die große Krisis seines Lebens. Bis dahin hatteer nichts Unsühnbares gethan, nichts, das ihn als einen vielschlechteren Menschen bezeichnete, als die meisten seiner Collegenim Convcnt. Seine Stimme war in der Regel auf der Seitegemäßigter Maßregeln gewesen. Hätte er muthvoll sein Loosan das der Girondisten geschlossen und mit ihnen gelitten, sowürde er, wie sie, eine nicht unehrenhafte Stelle in der Geschichteeingenommen haben. Hätte er sich, wie die große Masse derDeputirte», die gutgesinnt waren, aber nicht den Muth hatten,sich dem Märtyrcrthum auszusetzen, ruhig unter die Herrschaftder triumphircnden Minderzahl gebeugt, und jeden Antrag vonRobespierrc und Biliaud ohne Widerspruch durchgehen lassen,so würde er sich keine specielle Schande zugezogen haben. Doches ist wahrscheinlich, daß dieser Weg ihm nicht offenstand. Erwar zu vortretend unter den Gegnern des Berges gewesen, um