Johann Di'yten,
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Mangel werden durch die Empfänglichkeil Derer ersetzt, an diesie gerichtet sind. Wir alle wissen, welches Vergnügen einehölzerne Puppe, die für sechs Pcnee gekauft werden mag, einemkleinen Mädchen machen wird. Sie wird sie warten, sie an-ziehe» und den ganzen Tag mit ihr reden. Kein erwachsenerMann findet halb so diel Vergnügen an einem der unvergleich-lichen Püppchcn von Ehantreh. In derselben Weise werden Wildevon den rohen Leistungen ihrer Barden mehr ergriffen, als inder Gesittung vorgerücktere Nationen durch die größten Meister-stücke der Poesie.
Im Verlauf der Zeit werden die Werkzeuge, mit denen dieEinbildungskraft arbeitet, zur Vollkommenheit gebracht. DieMenschen haben nicht mehr Phantasie, als ihre rohen Vorfah-ren. Wir vermuthen stark, daß sie weniger haben. Aber sieerzeuge» bessere Werke der Phantasie. So wird, bis zu einergewissen Periode, die Verringerung der poetischen Kräfte durchdie Verbesserung aller der Anwendungen und Mittel, deren jeneKräfte bedürfen, mehr als ausgewogen. Dann kommt die kurzePeriode glänzender und vollendeter Trefflichkeit. Und dannbeginnt die Poesie, aus Ursachen, gegen die zu kämpfen vergeb-lich ist, zu verfallen. Der Fortschritt der Sprache, der ihr an-fangs günstig war, wird ihr verhängnißvoll und, statt für dasAbnehmen der Einbildungskraft einen Ersatz zu bieten, beschleu-nigt er diesen Verfall und macht ihn augenscheinlich. Wie derAbenteurer in dem arabischen Mährchen das eine seiner Augenmit dem Inhalt der magischen Büchse bestrick), wurden ihmalle die Reichthümer der Erde, wie weit auch zerstreut, wieheilig verborgen, sichtbar. Wie er aber das Erperiment aufbeiden Augen versuchte, wurde er mit Blindheit geschlagen.Was das bezaubcrte Elixir für das leibliche Gesicht war, das istdie Sprache für das Gesicht der Phantasie. Zuerst ruft sie eine