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Johann Dryden.
Wclt glorreicher Illusionen herauf; aber wenn sie zu reichhaltigwird, so zerstört sie die Sehkraft gänzlich.
Wie die Entwickelung des Geistes fortschreitet, werdenSymbole, statt angewendet zu werden, um Bilder vorzuführen,an deren Stelle gesetzt. Civilisirte Menschen denken, wie sieHandel treiben, nicht in Natura, sondern mit Hilfe eines Um-laufsmittels. Unter diesen Umständen machen die Wissenschaf-ten reißende Fortschritte, und die Kritik mit den übrigen ; diePoesie aber, im höchsten Sinne des Wortes, verschwindet. Dannkommt der Aberwitz der schönen Künste, eine zweite Kindheit,so schwach wie die frühere und weit hoffnungsloser. Das istdas Zeitalter der kritischen Poesie, der konventionellen Poesie,der Poesie, zu welcher das Gedächtniß, das Urtheil und derWitz weit mehr beitragen, als die Phantasie. Wir geben be-reitwillig zu, daß viele Werke dieser Art vortrefflich sind; wirwollen nicht mit Denen streite», die sie für werthvoller halten,als die großen Gedichte einer früheren Periode. Wir behaup-ten nur, daß sie einer anderen Art der geistigen Arbeit ange-hören , und durch ein anderes Vermögen erzeugt werden.
Einiger Trost liegt in der Betrachtung, daß diese kritischeSchule der Poesie vorschreibt, wie die Wissenschaft der Kritikvorschreibt, und daß die Wissenschaft der Kritik, wie jede andereWissenschaft, beständig der Vollendung zustrebt. Wie dieVersuche vervielfacht werden, werden die Principien besser ver-standen.
In einigen Ländern, in unseren z. B., hat es eine Zwischen-zeit zwischen dem Sturze der schöpferischen Schule und der Er-hebung der kritischen gegeben, eine Periode, während welcherdie Phantasie in ihrer Altersschwäche und der Geschmack in sei-ner Kindheit war. Ein derartiges revolutionäres Interregnumwird durch jede Art des Unmaßes entstellt werden.