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Johann Dryden.
Drama zu einer richtigen Darstellung einer Welt zu machen, inder die Lacher und die Meiner einander beständig drängen, inder jedes Ereigniß seine ernste und seine komische Seite hat.Das letztere setzt uns in den Stand, eine genaue Bekanntschaftmit Charakteren zu bilden, mit denen wir »»möglich währendder wenigen Stunden, auf welche die Einheiten den Dichter be-schränken, hätten vertraut werde» können. In dieser Beziehungsind insbesondere die Werke Shakspeare's Wunder der Kunst.In einem Stücke, das in drei Stunden vorgelesen werden kau»,sehen wir einen Charakter uns alle seine Heimlichkeiten entfal-ten. Wir sehen ihn mit dem Wechsel der Umstände wechseln.Der muthwilligc Jüngling erhebt sich zu dem staatsklugen undkriegerischen Souvcrain. Der verschwenderische und höflicheMenschenfreund wird zu einem Hasser und Verächter seines Ge-schlechts. Der Tyrann wird, durch die Zucht des Leidens, ineinen gedankenvollen Moralisten verändert. Der erfahrene Ge-neral, ausgezeichnet durch Kaltblütigkeit, Scharfsinn und Selbst-beherrschung, sinkt unter einem Kampfe zwischen Liebe, stark wieder Tod, und Eifersucht, grausam wie daS Grab. Der braveund loyale Unterthan geht, Schritt vor Schritt, zu demAcußer-sten menschlicher Verderbniß über. Wir verfolgen seinen Fort-gang von dem ersten Aufdämmern ungesetzlichen Ehrgeizes biszu der chnischen Schwermuth seiner sühnlosen Reue. Gleich-wohl finden sich in diesen Stucken keine unnatürlichen Uebcr-gänge. Nichts ist weggelassen; nichts ist überhäuft. Wie großdie Aenderungen sind, wie klein der Umkreis ist, innerhalb des-sen sie vorgeführt werden, sie fallen uns so wenig aus, wie dieallmäligen Aenderungen jener vertrauten Gesichter, die wir je-den Abend und jeden Morgen sehen. Die magische Kunst desDichters gleicht der des Dcrwischs im Zuschauer, der die ge-säumten Ereignisse von sieben Jahren in den einzigen Augen-