Band 
Fünfter Band.
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341
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i Johann Drydcn. 341

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Es muß zugestanden werden, daß die schlechtesten selbstder gereimten Tragödien gute Schilderungen und prächtigeRhetorik enthalten. Aber selbst wenn wir vergessen, daß steTheaterstücke sind, und sie, ihre dramatischen Ungchörigkcitcnübergehend, mit Rücksicht auf die Sprache betrachten, werdenwir fortwährend durch Stellen verletzt, bei denen es schwer ist,zu begreifen, wie irgend ein Autor Tiraden, in welchen diewüthende Heftigkeit des Ausdruckes einen seltsamen Gegensatzzu der niedrigen Zahmheit des Gedankens bildet, habe schrei-ben , oder irgend eine Zuhörerschaft sie dulden können. DerVerfasser schob die ganze Schuld auf das Publicnm, und er-klärte, wie er sie geschrieben, habe er sie für schlecht genug ge-halten, um zu gefallen. Diese Vertheidigung ist eines Mannesvon Geist unwürdig, und ist zuletzt doch keine Vertheidigung.Otway gefiel ohne Wortschwall, und so hätte es auch bei Dry-den sein können, wenn er die Gaben Otway's besessen hätte.iDie Sache ist, er hatte eine Neigung zu Schwulst, die, wennauch nachmals durch Zeit und Nachdenken gebessert, niemalsgänzlich beseitigt wurde, und die sich auch in Arbeiten zeigte,-die nicht bestimmt waren, dem rohen Pöbel des Theaters zugefallen.

Einige nachsichtige Kritiker haben diesen Fehler als ein^Zeichen von Genie, als die Verschwendung grenzenlosen Ver-mögens , die Ueppigkeit überströmender Kraft betrachtet. Unsscheint sie in näherer Verwandtschaft zu dem Flitterstaat der Ar-muth, oder den Zuckungen und Krämpfcn der Schwäche zustehen. Drydcn besaß sicherlich nicht mehr Phantasie, alsHomer, Dante, oder Milton, welche niemals in diesen Fehlerverfielen. Die schwellende Sprache des Aeschhlus und des Je-saias gleicht der des Almanzor und d.s Marimin nicht mehr, alsdie Schwellung einer Muskel der Schwellung einer Beule gleicht.