Band 
Fünfter Band.
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Johann Dryde»,

Die erstere ist ei» Zeichen von Gesundheit und Kraft, die letzterevon Gebrechlichkeit und Krankheit. Wenn Shakspeare jemals ra-dottirt, so geschieht es, nicht wenn seine Phantasie ihn fortreißt,!sondern wenn er seine Phantasie fortreißt, wenn sein Geist einenAugenblick ermüdet ist, wenn er, wie von Euripidcs gesagt ward,einem Löwen gleicht, der seine eigne Wuth weckt, indem er sich mitdem Schweife schlägt. Was Shakspeare in Folge des gelegent-lichen Stillstandes seiner Kräfte begegnete, das begegnete Dry-dcn in Folge fortwährenden Unvermögens. Er, wie sein Ver-bündeter Lee, besaß Urtheil genug, um die großen Dichter desvorhergehenden Zeitalters zu würdigen, aber nicht Urtheil ge-nug, um die Mitbcwcrbung mit ihnen zu vermeiden. Er fühlteund bewunderte ihre wilde und kühne Erhabenheit. Daß sieeinem andern Zeitalter angehörte, als in welchem er lebte, undandere Talente erforderte, als die er besaß, daß er, bei demStreben, mit ihr zu wetteifern, in einem hoffnungslosen Ver-suche Kräfte vergeudete, die ihn in einer andern Laufbahn vor-ragend machen konnte», war eine Lehre, die er erst spät lernte.Wie jene schurkischen Schwärmer, die französischen Propheten,Inspiration zu gewinnen suchten, indem sie die Verdrehungen,die Ohnmachten und das Keuchen nachmachten, die sie als derenSymptome betrachteten, so versuchte er, durch erkünstelte An-fälle poetischer Raserei, einen wirklichen Parorhsmus zuwegezu-bringen, und gewann, gleich ihnen, nichts für seine Mühe, alsseine Verzerrungen.

Horaz vergleicht sehr glücklich Diejenigen, die zu seinerZeit Pindar nachahmten, mit dem Jüngling, der mit wächser-nen Flügeln zum Himmel zu fliegen versuchte, und einen soverhängnißvollen und schmählichen Sturz erfuhr. Sein eignerbewundernswcrther Takt bewahrte ihn vor diesem Irrthum, undlehrte ihn, sich auf eine Schreibart zu verlegen, in der er Aus-