Band 
Fünfter Band.
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Johann Dryden.

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Zungen vergrößerte. Die schmeichlerischste seiner Zueignungenist die, mit welcher er den Stand der Unschuld der Maria vonModena widmet. Johnson hielt es sür wunderbar, daß irgendJemand sich solcher Sprache ohne Selbstverachtung bedienenkonnte. Aber er hat nicht bemerkt, daß demselben Werke ein,,Eulogium auf Miltvn" vorgesetzt ist, das gewiß an dem HofeKarl's II. nicht genehm gewesen sein konnte. Viele Jahre spä-ter, wie Whigprincipien in großem Maße obenauf waren, wei-gerte sich Sprat, ein Denkmal des Johann Philips in dieWestminsterabtci zuzulassen, weil im Epitaph der Name Mil-ton's beiläufig vorkam. Die Mauern dieser Kirche, erklärte er,sollten nicht durch den Namen eines Republicaners befleckt wer-den ! Dryden war, sowohl durch Grundsatz als durch Interesse,an denHof gefesselt. Aber nichts konnte seine Empfänglichkeit fürVortrefflichkeit abtödten. Wir sind nicht geneigt, ihn mit Strengeanzuklagen, weil dieselbe Richtung, die ihn bestimmte, dem An-denken eines Dichters, den seine Gönner verabscheuten, einen sohochherzigen Tribut zu zollen, ihn zur Maßlosigkeit trieb, wieer eine durch den Glanz ihrer Schönheit und die Anmuth ihrerManieren ausgezeichnete Fürstin schilderte.

Das ist ein liebenswürdiges Naturell, aber es ist nicht das^Naturell großer Männer. Wo Erhabenheit des Charakters be-! steht, da wird auch wählerischer Sinn bestehen. Nur in Ro-manen und aus Grabsteinen begegnen wir Leuten, die nachsichtigsgegen die Fehler Anderer und schonungslos gegen ihre eignensind, und Dryden war in jedem Falle keines dieser Muster.ISeine Nachsicht erstreckte sich höchst freigebig auf Andere, aberIsie fing sicherlich daheim an. An Geschmack gebrach es ihm^keineswcges. Seine kritischen Werke sind, außer allem Ver-^ gleich, allen überlegen, die bis dahin in England erschienen wa-ren. Sie sind in der Regel mehr zu Apologieen für seine eig-