ZSO
Samuel Johnson
der Anblick von Speise auf ihn, wie er auf wilde Thiere undRaubvogel wirkt. Sei» in unterirdischen Spcisewirthschaftcnund boouk ä I» inoele-Läden gebildeter Geschmack in der Koch»kunst war weit entfernt, fein zu sein. Sooft er so glücklich war,einen Hasen, der zu lange gehangen hatte, oder eine mit ranzi-ger Butter gemachte Fleischpastctc in seiner Nähe zu haben,stopfte er sich mit solcher Heftigkeit voll, daß seine Adern schwol-len und ihm der Schweiß auf der Stirne ausbrach. Die Be-leidigungen, die ihm anzuthun, dumme und nicdrigdcnkendeMenschen durch seine Armuth ermuthigt wurde», würden einengemeinen Geist zum Schmarotzerthum gezähmt haben, machtenihn aber rau bis zur Wildheit. Leider begleitete ihn die An-maßung, die, solange sie in der Vertheidigung stand, verzeihlichund in gewissem Sinne achtungswerth war, in Gesellschaften,wo er mit Artigkeit und Güte behandelt ward. Er wurde wie-derholt gereizt, Diejenigen zu schlagen, die sich Freiheiten mitihm genommen. Indeß waren die sämmtlichen Leidenden weisegenug, sich zu enthalten, von ihren Prügeln zu reden, Osborne,den habgierigsten und brutalsten der Buchhändler, ausgenom-men, der überall verkündete, Laß er von dem großen Burschen,den er gemiethet hätte, die Harlejauischc Bibliothek auszuposau-nen, zu Boden geschlagen worden sei.
Etwa ein Jahr, nachdem Johnson angefangen hatte, inLondon zu wohnen, war er glücklich genug, von Eave, einemunternehmenden und verständigen Buchhändler, welcher Eigen-thümer und Herausgeber des Genileman's Magazins war, regel-mäßige Beschäftigung zu erhalten. Dieses Journal, das ebenin das neunte Jahr seines langen Bestehens eintrat, war daseinzige periodische Werk in dem Königreich, das damals eineVerbreitung hatte, wie man sie jetzt eine große nennen würde.Es war allerdings dieHauptquelle parlamentarischer Nachrichten.